Sport : Der Kniff mit dem Bluff

Bochums Trainer Neururer verbreitet vor dem Abstiegsduell gegen Mainz ungekannte Zuversicht

Richard Leipold[Bochum]

Bochum - Manchmal erinnert der Abstiegskampf in der Fußball-Bundesliga an ein Pokerspiel. Beim Poker kommt es darauf an, ein gutes Blatt zu haben – oder zumindest so zu tun als ob. Darauf versteht sich Peter Neururer vier Spieltage vor dem Saisonende trefflich. „Es gab nur wenige Spiele in meiner Karriere, vor denen ich von einem Sieg meiner Mannschaft so überzeugt war wie vor dieser Partie“, behauptet der Bochumer Trainer. Wenn es um den Ligaverbleib geht wie in diesem Spiel, muss man eben auch bluffen können. Am Samstag spielen die Bochumer im Ruhrstadion gegen den FSV Mainz 05, der fünf Punkte mehr als der Tabellensechzehnte aus Westfalen hat. Vor einigen Wochen wurden die Bochumer noch als designierter Absteiger gehandelt. Doch seitdem befinden sie sich in einem Aufwärtstrend, unterbrochen nur durch die Niederlage beim Spitzenreiter Bayern München.

Vom Tabellenfünfzehnten Borussia Mönchengladbach, der am Samstag daheim gegen Stuttgart spielt, trennen den VfL Bochum nur noch zwei Punkte. Schon an diesem Wochenende könnte der Rückstand aufgeholt werden. „Am Ende werden die Nerven entscheiden“, sagt Neururer und hält das für einen Vorteil. Im Gegensatz zu den Konkurrenten aus Nürnberg, Mainz und Mönchengladbach sind sich die Bochumer schon seit einem halben Jahr darüber im Klaren, wie bedrohlich ihre Lage ist.

Obwohl der VfL als Europapokalteilnehmer mit höheren Ambitionen gestartet ist, braucht er sich zum Saisonende nicht mehr an das Reizklima der Abstiegszone zu gewöhnen. Auch die Fans, lange zweifelnd und zögernd, machen mobil. Der VfL rechnet mit einem vollen Ruhrstadion. Basis, Mannschaft und Trainer sind zuletzt wieder enger zusammengerückt. Neururer wurde zwischendurch verhöhnt und beschimpft. Jetzt schwärmt er wieder von „der einzigartigen Symbiose im Verein“ – sei es auch nur, um den Gegner zu beeindrucken. Und noch etwas macht ihm Mut: Wenn es knapp wurde für Bochum, hat seine Mannschaft in den vergangenen drei Jahren stets die Kurve bekommen.

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