Sport : Der Körper sagt Nein

Zehnkämpfer André Niklaus verzichtet auf die EM

Friedhard Teuffel

Berlin - André Niklaus ist auf dem besten Weg, sich unter die großen deutschen Zehnkämpfer einzureihen, aber im Moment wird er dabei entscheidend aufgehalten. Sein eigener Körper steht ihm im Weg, deshalb kann der 24 Jahre alte Berliner bei der nächsten wichtigen Etappe nicht mitkämpfen. Die Europameisterschaften im August in Göteborg findet ohne ihn statt. „Mein Fuß ist durch das viele Training überlastet. Ich war wohl ein bisschen zu ehrgeizig“, sagt er.

Zur Weltspitze der Zehnkämpfer gehört Niklaus noch nicht lange, dennoch wäre er als Favorit nach Göteborg gefahren. Mit seinem vierten Platz bei der Weltmeisterschaft in Helsinki im vergangenen Jahr hat sich Niklaus den Respekt seiner Konkurrenten erarbeitet, im März wurde Niklaus in Moskau dann Hallenweltmeister im Siebenkampf. Beim Mehrkampfmeeting in Götzis war Niklaus als Vierter bester Europäer. Die EM sollte der nächste Höhepunkt werden.

Doch darauf muss Niklaus nun verzichten. „Manchmal zeigt einem der Körper, wenn es nicht mehr weitergeht“, sagt er. Nach Göteborg wollte er fahren, um eine Medaille zu gewinnen. „Wenn man dieses Ziel sowieso nicht erreichen kann, sollte man es lieber lassen.“ Ein Start hätte ihm zu viel Risiko bedeutet, und sich die ganze Zeit fitspritzen zu lassen, kam für ihn nicht in Frage. „Ich will noch bis um die 30 Leistungssport machen. Das setze ich nicht für eine EM aufs Spiel“, sagt Niklaus. Zumal er noch ein ganz großes Ziel hat. 2009 findet die WM in seiner Heimat Berlin statt. Daran denke er schon jetzt. Niklaus will sich später nicht vorwerfen lassen, nur kurz etwas geleistet zu haben: „Es gibt schon genug Einmalwunder in der Leichtathletik.“

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