Sport : Der Korbacher

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Benedikt Voigt erklärt, warum

aus Rainer Schüttler nie ein Star wird

Als Rainer Schüttler am 1. November im „Sportstudio“ des ZDF eingeladen war, musste er hinter den Kulissen lange warten. Moderator Michael Steinbrecher hatte noch mit Trainer Huub Stevens die Krise von Hertha BSC zu besprechen. Das dauerte. Als der Tennisprofi schließlich ins Scheinwerferlicht treten durfte, endete das Gespräch aus Sendezeitmangel nach einigen Fragen. „Ein paar Minuten mehr wären schön gewesen“, sagte Rainer Schüttler der „FAZ“. Als Boris Becker für seine Biografie warb, räumte ihm derselbe Sender nicht Minuten ein – sondern eine ganze Woche.

Natürlich ist es unfair, Rainer Schüttler mit dem Mann zu vergleichen, der Deutschland das Tennisspielen beibrachte. Aber es zeigt, auf welch niedriger Stufe der Prominenz der aktuell beste deutsche Tennisprofi angesiedelt ist. Doch die eigene Vermarktung zählt nicht zu Schüttlers Interessen. Der Boulevard würde gern Näheres erfahren über die Art der Liaison mit der ehemaligen Bro’Sis-Sängerin Indira. Schüttler sagt: „Mein Privatleben ist tabu.“

Rainer Schüttler steht für Sport und für deutsche Werte wie Kraft, Kampf und Kondition. Um ein Star über das Tennis hinaus zu werden, genügt das schon lange nicht mehr. Thomas Haas erkannte das und ließ sich vor Jahren mit seiner ehemaligen Freundin fotografieren. Beide oben ohne. Obwohl er nun schon länger pausiert, werden diese Bilder immer noch gedruckt. Die einzigen Fotos, auf denen Schüttler zu sehen ist, stammen vom Tennisplatz. Zwar lässt sich auch dort Prominenz erreichen. Doch Schüttler verliert nun auch noch exakt jene Spiele, bei denen der spärliche Rest der Tennisinteressierten auf ihn blickt: in Wimbledon, im Daviscup und nun auch bei den Australian Open.

Immerhin hat er es geschafft, dass sein Geburtsort als Synonym für ihn verwendet wird, obwohl er längst in Altstätten in der Schweiz wohnt. Trotzdem heißt er oft nur: der Korbacher. Wenigstens etwas, das er mit dem Leimener gemeinsam hat.

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