Sport : Der Kumpel vom Kapitän

Eisbären verpflichten den Amerikaner John Emmons

Claus Vetter

Berlin. Ein Kalifornier in Hohenschönhausen? Das klingt zunächst ungewöhnlich, ist aber inzwischen beim EHC Eisbären keine Ausnahme mehr. Hohenschönhausen hat sich zu einer guten Adresse für Eishockeyspieler aus den USA entwickelt. Nach David Roberts hat der Berliner Klub aus der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) nun einen zweiten aus Kalifornien stammenden Stürmer unter Vertrag. Gestern stellte sich der am Wochenende angekündigte neue Mittelstürmer im Sportforum Hohenschönhausen vor: John Emmons, 28 Jahre alt, unterschrieb bei den Eisbären einen Vertrag bis zum Ende der laufenden Saison.

Nun ist das Herkunftsland des neuen Mittelstürmers wenig überraschend, mit Emmons haben die Eisbären jetzt sechs US-Amerikaner im Aufgebot. Die Vita des Mannes aus San Jose ist schon interessanter. 85 Partien hat er in der nordamerikanischen Profiliga NHL absolviert, davon 22 in der vergangenen Saison für die Boston Bruins. Im Sommer nahm Emmons noch am Trainingscamp seines Klubs teil, mit einem neuen Vertrag klappte es aber nicht.

Danach habe er ein paar Angebote aus Finnland sondiert, sagt Emmons. Dass er sich schließlich für Hohenschönhausen entschied, hatte einen einfachen Grund: „Ich habe von meinen Kumpels gehört, dass hier in Berlin alles in bester Ordnung sein soll.“ Sein Freund John Gruden habe ihm zum Wechsel nach Berlin geraten. Mit dem Kapitän der Eisbären hat er 1999 bei den Detroit Vipers in der inzwischen aufgelösten International Hockey League gespielt. Die Eisbären Keith Aldridge und Steve Walker waren damals auch im Aufgebot der Vipers, wie auch Nationalspieler Stefan Ustorf von den Mannheimer Adlern.

Seit dem Trainingscamp bei den Boston Bruins hat Emmons nicht gespielt, „dafür aber viel trainiert", sagt Manager Peter John Lee. Ab Dienstag also darf Emmons endlich wieder in Gesellschaft über das Eis gleiten. Die Aufgabe, die dem Center bei seinem neuen Arbeitgeber zufallen dürfte, lässt sich schon bei einem kurzen Blick auf seine statistischen Daten entschlüsseln. Viele Tore hat Emmons in seiner Karriere nicht erzielt, in der NHL waren es gerade mal zwei. Immerhin, der defensiv ausgerichtete Stürmer ist laut Lee ein guter Schlittschuhläufer und ein Mann für die Unterzahlsituationen, von denen der neue Tabellenführer der DEL am Sonntag beim 6:4 in Iserlohn ja einige zu überstehen hatte. „Also genau der Spieler, den wir jetzt brauchen", sagt Lee.

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