Sport : Der laute letzte Mann

Jens Lehmann fällt in London auf – mit Paraden und Parolen

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Jens Lehmann konnte endlich einmal zeigen, wer er ist: ein guter Torwart und ein engagierter Kämpfer auf dem Fußballplatz. Lehmann zeigte am Wochenende beim 2:1Sieg des FC Arsenal im Londoner Derby gegen Tottenham Hotspur vollen Einsatz. Mit dem Erfolg über die Spurs, die auf den am Knie verletzten Christian Ziege verzichten mussten, verteidigte die weiterhin ungeschlagene Mannschaft die Tabellenführung in der Premier League.

Trotz aller Emotionen: Der Erfolg kam nur mit Glück zu Stande. Denn nach Darren Andertons 0:1 leitete Thierry Henry aus abseitsverdächtiger Position den Angriff ein, der zum Ausgleich durch Robert Pires nach einer guten Stunde Spielzeit führte. Und der Siegtreffer durch Freddie Ljungberg wurde abgefälscht. Doch im Blickpunkt stand sowieso ein anderer; einer, der das Glück durch gute Paraden fast erzwungen hatte: Jens Lehmann.

Doch der Deutsche beeindruckte die Fans in London auch durch sein Temperament. Schiedsrichter Mike Halsey versuchte nach dem Schlusspfiff, besänftigend auf den Torwart einzuwirken. „Du musst dich beruhigen, Junge, Du musst dich beruhigen“, ermahnte er Lehmann, der sich während des Spiels einige Male heftig erregt hatte. So geriet der frühere Dortmunder Torhüter in Rage, als er von Helger Postiga einen Tritt in den Oberschenkel bekam, nachdem er den allein auf ihn zustürzenden Portugiesen gestoppt hatte. „In so einem Moment kann ich nicht ruhig bleiben“, sagte Lehmann. Stollenabdrücke von Jimmy Floyd Hasselbaink im Spiel gegen Chelsea vor drei Wochen, und nun der Tritt von Postiga – für Lehmann hat das wenig mit sportlicher Härte zu tun. „Das ist schlicht Unfairness“, klagte er nach dem Spiel.

Mit seiner Leistung durfte Lehmann zufrieden sein. Nach dem frühen Rückstand rettete er vor der Pause zwei Mal und erhielt dafür sogar Komplimente vom gegnerischen Trainer. „Wir hätten zur Pause mit 3:0 führen können, denn Arsenal hatte Mühe mit uns, aber der gegnerische Torhüter war hervorragend“, gestand David Pleat ein, der bei Tottenham seit der Entlassung von Glenn Hoddle für das Team zuständig ist. Lehmann selbst gab sich bescheiden. „Es wird von mir erwartet, dass ich meinen Anteil an den Erfolgen habe“, sagte er. „Diesmal habe ich ihn geliefert.“

Für Lehmann war es das erste Londoner Derby, und der Deutsche war beeindruckt von den Fans der beiden rivalisierenden Vereine, deren Stadien nur acht Kilometer auseinander liegen. „Die Atmosphäre war super. Besser als in Dortmund.“ Tsp/dpa

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