Sport : Der letzte Kampf im Kanu

Andreas Dittmer nimmt heute Abschied von Olympia

Susanne Rohlfing

Peking - Andreas Dittmer hatte sich Regen gewünscht. Und jetzt regnete es also, den ganzen Tag schon, fast ununterbrochen. Das Wetter lag Dittmer, und es erschien somit möglich, dass der Abschied des Kanuten von der großen Bühne doch noch ein glanzvoller würde. Eine Karriere wie die seine hätte ein Ende mit olympischem Gold verdient. Doch am zweiten Tag der Kanuhalbfinals im Shunyi Park wurde der 36 Jahre alte Canadier-Spezialist über 500 Meter nur Vierter und verpasste das Finale. Dittmer, der nach der Saison aufhört, hat nun nur noch ein olympisches Rennen vor sich. Das 1000-Meter-Finale am Freitag. Ausgerechnet. Die 1000 Meter waren einmal seine Vorzeigedistanz. Aber zuletzt war er über 500 Meter besser.

Als der Neubrandenburger nach dem Halbfinale aus dem Boot stieg, machte der Regen Pause. Dittmer hatte keine Erklärung für sein Ausscheiden. „Ich bin immer ins Finale gekommen, generell, egal, wo ich gestartet bin“, sagte er. Es sind seine vierten Olympischen Spiele, er ist drei Mal Olympiasieger geworden und acht Mal Weltmeister. Doch schon am Anfang dieser Olympiasaison war er nicht recht in Schwung gekommen. Zum ersten Mal seit Jahren musste er um einen Startplatz beim Saisonhöhepunkt bangen. Aber bei den entscheidenden Weltcups in Szeged und Duisburg hatte der Routinier dann doch die Nase vorn. In Szeged wurde Dittmer zweimal Zweiter, in Duisburg feierte der Neubrandenburger einen Sieg über 500 Meter. „Ich war genau im Fahrplan. Im Training kamen die Zeiten, die Ergebnisse stimmten“, sagte Dittmer.

Im Moment macht Dittmer das Bootfahren aber keinen richtigen Spaß mehr: „Seitdem ich in China den ersten Paddelschlag gemacht habe, quäle ich mich. Das ist ungewöhnlich.“ Er dachte, die Hitze sei Schuld und wünschte sich Regen und Abkühlung. Jetzt hat es geregnet – Dittmer ist trotzdem ausgeschieden. Nun hat er noch eine Chance, heute, über 1000 Meter. Aber Dittmer sagt: „Ich erwarte keine Wunder von mir.“ Susanne Rohlfing

0 Kommentare

Neuester Kommentar