Sport : Der letzte Schrei

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Leipzig (dpa). Magnus Wislander vergaß für einen Moment allen Abschiedsschmerz. Dass der Schwede gerade sein letztes Spiel für den Handball-Bundesligisten THW Kiel bestritten hatte und nun in seine Heimat nach Redbergslids zurückkehrt, das war plötzlich Nebensache. Der 26:24 (12:14)-Erfolg bei der SG Flensburg-Handewitt veränderte Wislanders Stimmung ins Positive. „Das ist ein Traum“, schwärmte er. Am Ende dieses Traums stand für Wislander und seinen THW Kiel der Gewinn des zehnten deutschen Meistertitels.

Das Fernduell mit dem hartnäckigen Rivalen HSG Nordhorn hatte noch mal heftig an den Nerven aller Kieler Spieler gezerrt. Als das Spiel abgepfiffen wurde, hatten zwar auch die Nordhorner daheim gegen Rekordmeister VfL Gummersbach gewonnen (28:23), aber den einen Punkt Rückstand auf den Tabellenführer dadurch nicht wettmachen können.

„Ich kann mich mehr darüber freuen, dass wir Deutscher Meister geworden sind, als darüber zu trauern, dass es mein letztes Spiel war“, gestand Wislander, der unbestrittene Star der Kieler. Sein Mannschaftskapitän Stefan Lövgren, der die Meisterschale aus den Händen von DHB-Präsident Ulrich Strombach entgegennahm, ergänzte: „Hätten wir vor drei Monaten gesagt, dass wir Deutscher Meister werden, hätten alle gelacht. Jetzt werden wir eine richtige Party machen.“ Bei ihren acht Siegen in Folge haben die „Zebras“ sogar das Fehlen von Demetrio Lozano, Steinar Ege, Piotr Przybecki und Nicolaj Jacobsen kompensiert. Selbst Kiels Trainer Zvonimir Serdarusic staunte: „Dass wir ohne ein komplettes Team so zurückgekommen sind, ist für mich unglaublich.“

Glückwünsche erhielten die Kieler auch von der HSG Nordhorn, die bei einem Remis oder einer Niederlage des Meisters selbst zum ersten Mal den Titel gewonnen hätte. „Kiel hat das zu 100 Prozent verdient“, anerkannte Trainer Kent-Harry Andersson, „die haben in den letzten Spielen alles gewonnen.“ Etwas wehmütig blickte er auf die völlig unnötige 24:25-Niederlage seiner Mannschaft bei der SG Wallau-Massenheim am letzten April-Wochenende zurück. „Diese Meisterschaft haben wir in Wallau verloren“, meinte Andersson.

Abgestiegen sind aus der Bundesliga die SG Hameln und Post Schwerin.

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