Sport : Der Lohn der Mühe

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Robert Ide über das Joggen für

niedrigere KrankenkassenBeiträge

Für Sportfans gibt es derzeit zwei Möglichkeiten, zu den Olympischen Spielen 2004 nach Athen zu kommen. Die erste Möglichkeit ist teuer: Reisebüros bieten Viertagesreisen mit Hin- und Rückflug, Transfers und Hotelübernachtungen an. Das kostet dann schon mal 3000 Euro pro Person, zuzüglich Eintrittskarten. Die zweite Möglichkeit, zu Olympia zu kommen, ist anstrengend: Man muss jeden Tag durch den Park joggen und das Sportabzeichen erwerben. Dann kann man, sofern man Kunde der Barmer Ersatzkasse ist, eine Reise nach Athen gewinnen. Für die Versicherten soll es ein Anreiz sein, sich mehr zu bewegen. Regelmäßig tut das nur noch jeder zehnte Deutsche.

Viele Menschen sitzen lieber vorm Fernseher als für Olympia zu trainieren. Das ist ungesund. Und es kostet die Krankenkassen viel Geld. Deshalb sollen künftig Versicherte, die Sport treiben, finanziell belohnt werden. Neue Pläne sehen einen jährlichen Bonus von 50 Euro für Leute vor, die das Sportabzeichen ablegen oder einen Fitnesstest bestehen. Das klingt gut. Aber ist es auch praktikabel?

Bei der Beantwortung dieser Frage wird sich entscheiden, ob die Deutschen wirklich mehr joggen und schwimmen als bisher. Wenn das Bonussystem ähnlich unübersichtlich ist wie das Rücknahmesystem beim Dosenpfand, werden Sportfans lieber weiter vor dem Fernseher sitzen und Kinder lieber mit Computern spielen als mit Fußbällen. Darum muss der organisierte Sport in die Reform einbezogen werden. Auch Verbände und Vereine müssen Anreize schaffen. Und wenn es nur ein paar Eintrittskarten für Olympia sind.

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