Sport : Der Lohn für die Leistung

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Na bitte, es geht doch. Paul Biedermann und Britta Steffen haben sich sportlich für die Schwimm-WM qualifiziert. Sie unterboten doch noch die WM-Normen. Das erspart dem Deutschen Schwimm-Verband ausufernde Diskussionen über die Normen. Die hatten schon eingesetzt, weil einige Leistungsträger gescheitert waren.

Natürlich wären Biedermann und Steffen auch ohne Norm zur WM gekommen, ihr Start steht ja im Verbandsinteresse. Aber jetzt kann man die Debatte mit einem Satz beenden: Rein sportlich gesehen sind die Normen nicht zu hoch. Wer Platz elf der bereinigten Weltrangliste nicht erreicht, hätte bei der WM kaum eine Finalchance. Und wer es jetzt nicht in die Weltspitze schafft, der hätte im Olympiajahr noch mehr Probleme, weil da die Normen noch härter sind. Es sind die üblichen Argumente, weil die Normen-Diskussion so regelmäßig wiederkehrt wie der Sonnenaufgang.

In die Diskussion müsste man einen ganz anderen Punkt einbeziehen: Die Gefahr, dass einige Topzeiten der Weltrangliste nicht mit sauberen Mitteln erzielt wurden, ist groß. Dass im Schwimmen ohne Doping gearbeitet wird, ist eine naive Vorstellung. Möglich also, dass die Fixierung auf Normzeiten die größte Ungerechtigkeit in diesem System darstellt. Nur: Wie will man dieses System gerecht machen? Auf welcher Grundlage? Mit welchen Anhaltspunkten? Also bleibt alles beim Alten, bis zur nächsten Normen-Diskussion. Vor Olympia 2012.

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