Sport : Der Machtkampf fällt aus

Friedhard Teuffel

fragt, wozu der DFB einen Technischen Direktor braucht Die Dienstzeit von Jürgen Klinsmann als Bundestrainer Fußball ist bisher eine Zeit der fröhlichen Machtspiele. Klinsmann macht es dabei immer so: Er fordert etwas ganz Tolles, und wenn seine Vorgesetzten beim Deutschen Fußball-Bund dann mit dem Kopf schütteln, erläutert Klinsmann so lange den Journalisten die Vorzüge seines Plans, bis der DFB doch zustimmt. Klinsmanns Argumente sind dabei immer, dass man auch mal etwas anderes ausprobieren müsse und dass die im Ausland schon seit Jahren so arbeiten.

Jetzt läuft es zum ersten Mal anders. Klinsmann wollte eigentlich Berti Vogts als Technischen Direktor beim DFB unterbringen, Verbandspräsident Theo Zwanziger hat wieder erst einmal den Kopf geschüttelt, aber diesmal weicht Klinsmann von seinem Vorgehen ab. Er halte sich an die Vereinbarung mit Zwanziger, erst nach dem Konföderationenpokal im Juni über den Technischen Direktor zu reden. Vogts hatte erst einmal auf einem früheren Gesprächstermin bestanden. Inzwischen hat er jedoch eingesehen, dass er ohne Klinsmanns Unterstützung nicht weit kommt.

Klinsmann hat es sich gut überlegt, die Entscheidung zu vertagen. Denn im Moment haftet dem Vorschlag mit Vogts als Technischem Direktor zu sehr der Geruch der Freunderlwirtschaft an. Es war schließlich Vogts, der Klinsmann als Bundestrainer ins Spiel gebracht hatte. Klinsmann fühlt sich offenbar zu Dank verpflichtet. Doch was soll ein Technischer Direktor leisten? Welche Konzepte soll er entwerfen, die nicht auch ein anderer der vielen DFB-Trainer entwerfen könnte? Klinsmann hat noch ein paar Monate Zeit, um darauf Antworten zu finden.

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