Sport : Der Mann des Sportdirektors

Holger Fach ist Trainer von Christian Hochstätters Gnaden

Andreas Morbach

Mönchengladbach. In die Stadt vorzudringen, ist in diesen Tagen gar nicht so einfach. Die Autobahnabfahrt Mönchengladbach- Ost: wegen Bauarbeiten gesperrt. An der nächsten Abfahrt dasselbe, bei Mönchengladbach-Nord klappt es endlich: abbiegen zur größten Baustelle, die die Stadt aktuell zu bieten hat – den Bökelberg mit seinem Bundesligateam. Am Sonntag hat dort mit Holger Fach ein neuer Baustellenleiter angefangen.

Der 41-Jährige macht gerade rasante Karrieresprünge: Vor einem Monat trainierte er noch Gladbachs Amateure, unterschrieb dann einen Vertrag bei Rot-Weiß Essen. Am Montag steht er als Nachfolger des entlassenen Ewald Lienen als neuer Chefcoach der Profis auf dem Trainingsgelände am Bökelberg. Sein neuer Assistent ist Stefan Mücke, der zuletzt als Kotrainer von Kameruns Nationalmannschaft gearbeitet hat und den ebenfalls entlassenen Michael Frontzeck ablöst.

Dass Fach den neuen Job bekommen hat, liegt an seinem alten Kollegen Christian Hochstätter. So sanft und fließend Gladbachs Sportdirektor mit Trainer Hans Meyer im März den Übergang zu Lienen vollzogen hat, so abrupt beendete Hochstätter nun das Engagement Lienens. „So ist Christian Hochstätter“, lautet Hochstätters Selbstanalyse: „Nüchtern, sachlich.“ Schon vor dem 0:2 in Hannover hatte er dem Präsidium Fach als neuen Mann vorgeschlagen. „Ich habe einfach die Situation bei uns gesehen“, sagt Hochstätter. „Schließlich gibt es ein Ziel, das wir erreichen wollen.“ Das lautet Platz neun.

Dieses Ziel zu erreichen, das wird die Aufgabe des früheren Profis Fach sein – in einer Schicksalsgemeinschaft mit Hochstätter. Vizepräsident Rolf Königs hat das gerade so zum Ausdruck gebracht: „Ohne Wenn und Aber: Fach ist eine Empfehlung von Hochstätter. Das hat eine neue Qualität – ein Team aus Sportdirektor und Trainer.“ Nach exquisiter Zusammenarbeit mit dem Präsidium klingt es nicht, wenn Hochstätter sagt: „Natürlich kam Fach auf mein Anraten hin. Aber das Präsidium hat das schon mit entschieden.“

Jetzt soll Fach sein Glück versuchen – und muss gleich Fragen nach der Ausstiegsklausel in seinem Vertrag bei Rot-Weiß Essen beantworten. Der Passus galt allein für ein Angebot der Gladbacher. Darauf hatte Hochstätter bei Fachs Freigabe gepocht, als hätte er Lienen schon damals am liebsten beurlaubt. „Das war ein Hintertürchen“, sagt der Sportdirektor. „Wir hatten damals aus zwei Spielen vier Punkte geholt, und alle haben gejubelt. Die Klausel hat einfach gezeigt, dass ich sehr viel von Fach halte.“

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