Sport : Der Meister erleidet ein Spektakel

2:0, 3:2 und am Ende doch nur 3:3 – Borussia Dortmund erlebt in Frankfurt den nächsten Rückschlag.

von
Der Aufsteiger, der nicht verlieren will. Bamba Anderson (Mitte) trifft per Kopf zum 3:3 für Eintracht Frankfurt; es war das letzte Tor in einem Spiel mit hohem Unterhaltungswert. Foto: Reuters
Der Aufsteiger, der nicht verlieren will. Bamba Anderson (Mitte) trifft per Kopf zum 3:3 für Eintracht Frankfurt; es war das...Foto: REUTERS

Bei Halbzeit schien so gut wie nichts mehr gegen einen Sieg des Meisters Borussia Dortmund zu sprechen, doch am Ende war der 2:0-Vorsprung zur Pause durch die Tore der BVB-Profis Lukas Piszczek und Marco Reus aufgebraucht. Der Tabellenzweite Eintracht Frankfurt, bis dahin viermal in Serie siegreich in der Fußball-Bundesliga, glich die Dortmunder Vorteile nach dem Wechsel dank einer gewaltigen Leistungssteigerung aus. Da zeigte sich, dass die Borussia noch längst nicht erholt war von der 2:3-Niederlage beim Hamburger SV am vergangenen Samstag, der ersten nach 31 Ligaspielen ohne Niederlage. Stefan Aigner und Takashi Inui glichen für die weiter unbesiegten Hessen zum 2:2 aus, und Bamba Anderson egalisierte Mario Götzes 3:2 zum 3:3-Endstand.

51 500 Zuschauer erlebten am Dienstagabend ein aufregendes Spiel, dessen Angriffsaktionen wunderschön anzusehen waren. Im Defensivbereich zeigten dagegen beide Mannschaften Mängel. Dortmund ist mit acht Punkten vorerst nur Tabellenfünfter, fünf Punkte hinter der Eintracht, die sich auch vom Meister nicht einschüchtern ließ.

„Weiter so“, lautete der Vorsatz bei der Eintracht, „Wiedergutmachung“ die Losung beim BVB. Bei den Frankfurtern war Kapitän Pirmin Schwegler, der am vergangenen Freitag bei einem Kopfball-Duell mit dem Nürnberger Balitsch zusammengeprallt und dann mit elf Stichen genäht worden war, wieder dabei. Bei den Dortmundern fehlte der erkältete Sven Bender; dazu setzte Jürgen Klopp seinen Jungstar Mario Götze zunächst auf die Bank. Das spielstarke Duo Reus/Götze hatte in Hamburg nicht wie erwünscht harmoniert. In Frankfurt bekam zunächst Reus die Gelegenheit, seine Qualitäten aus dem Offensivzentrum heraus zu zeigen.

Keine schlechte Entscheidung, da Reus nach einem Pass des in der ersten Halbzeit überragenden Lukasz Piszczek das 2:0 für die Borussia mit einem Flachschuss erzielte. Zuvor hatte Piszczek getroffen, der auf der rechten Seite mit seinem polnischen Landsmann Jakub Blaszczykowski den Frankfurter Verteidiger Bastian Oczipka immer wieder genarrt und dazu als Rechtsverteidiger den Frankfurter Inui problemlos beherrscht hatte.

Bei seinem Treffer zum 1:0 schoss Piszczek Oczipka ans Bein, von wo der Ball dem Frankfurter Innenverteidiger Bamba Anderson an den Oberkörper und anschließend ins Tor flog. Ein Karambolagetreffer, der die von Beginn an bessere, bissigere, druckvollere Mannschaft zurecht belohnte. Die Eintracht, sichtlich beeindruckt, ließ sich vor der Pause weit in die eigene Hälfte drängen. So blieb den bisher immer spielbestimmenden Hessen nichts anderes übrig, als ihr Glück in Kontern zu suchen. Die aber waren 45 Minuten lang nicht präzise genug.

Aber dann schlugen zuerst Stefan Aigner nach einem Konter über Schwegler und dann Inui zurück. Der alleingelassene kleine Japaner glich nach Aigners Flanke per Kopfball zum 2:2 aus. Zum Glück für den BVB war seit der 46. Minute Mario Götze für den leicht verletzten Reus im Spiel. Der Spitzentechniker eroberte sich wenig später in einem Zweikampf mit Anderson den Ball und brachte den Meister mit einem an Torwart Kevin Trapp vorbeibugsierten Schuss wieder in Führung.

Das nun enorm aufregende Duell war damit nicht entschieden, da Anderson per Kopfball nach Oczipkas Flanke wieder ausglich. Und so ging der Schlagabtausch bis zum Abpfiff weiter. Gewonnen hatte am Ende keine der beiden Mannschaften, Sieger aber war der Fußball als großes Sportspektakel.

Autor

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben