Sport : Der Meister holt auf

Bambergs Basketballer orientieren sich an Alba

Benedikt Voigt

Berlin - Der gestrige Anruf von Trainer Dirk Bauermann enthielt nicht die ersehnte Nachricht. „Es ist noch nicht so weit“, sagt Manager Wolfgang Heyder, „aber ich hoffe, dass wir es vor Beginn der Play-offs hinbekommen.“ Bei den Basketballern von GHP Bamberg gibt es gegenwärtig Wichtigeres als das Bundesliga-Endspiel bei Alba Berlin am Ostersonntag (15 Uhr, live bei Premiere, Karten sind noch erhältlich). Der Deutsche Meister bangt um die Vertragsverlängerung von Trainer Dirk Bauermann.

Zwar läuft der Vertrag des Bundestrainers in Bamberg bis 2008, doch der Verein möchte ihn bis 2010 an sich binden. „Er hat eine Menge sehr, sehr guter Angebote“, sagt Bambergs Manager Heyder. Vereine aus Spanien und Russland seien an Bauermann interessiert, zumal dieser in letzter Zeit einige herausragende Ergebnisse vorweisen kann: Deutscher Meister mit Bamberg, Europameisterschaftszweiter mit der deutschen Nationalmannschaft, Zwischenrunde in der Europaliga mit Bamberg. „Sein Marktwert hat sich völlig verändert“, sagt Heyder. Doch Bamberg ist bereit, seinem Erfolgstrainer mehr zu bezahlen. „Wir wollen Kontinuität schaffen“, sagt Heyder.

Sportlich liefert sich Bamberg gegenwärtig ein Duell mit Alba um die nationale Spitzenposition. Wirtschaftlich jedoch haben die Oberfranken die Berliner noch nicht erreicht. „Alba ist das Maß der Dinge, was Marketing, Management und Außendarstellung betrifft“, sagt Heyder. Doch Bamberg schließt auch außerhalb des Spielfelds allmählich auf. Den Etat der Bamberger beziffert der Manager auf 5,2 Millionen Euro. Der Berliner Etat beläuft sich offiziell auf 5,5 Millionen Euro, Heyder schätzt ihn jedoch eher auf 6,5 bis 7 Millionen.

Auch verbessert sich die Bamberger Hallensituation. Mussten die Oberfranken in dieser Saison in der Europaliga nach Nürnberg umziehen, weil die Bamberger Halle nicht die vorgeschriebenen 5000 Zuschauer fasst, so wird der Verein in der kommenden Saison in der für 6800 Zuschauer umgebauten Jako-Arena in Bamberg spielen.

Auch beim Namenssponsor steht der Verein vor einer Veränderung. GHP wird in der kommenden Saison aussteigen. „Wir könnten eine Option ziehen“, sagt Heyder, „aber wir haben die Verträge vor vier Jahren gemacht, deshalb sind sie verhältnismäßig niedrig dotiert.“ Eine höhere Summe möchte GHP nicht zahlen, da die oberfränkische Direktmarketing-Firma gegenwärtig finanzielle Probleme hat. „Es gibt zurzeit Gespräche mit potentiellen Namenssponsoren“, sagt Heyder.

Die bislang sehr erfolgreiche Saison dürfte dabei helfen. Als erstes deutsches Team hat Bamberg die Zwischenrunde der Euroleague erreicht, erlebte dort allerdings bei den Finalisten ZSKA Moskau und Tau Vitoria deftige Niederlagen. „Wir sind in dem ein oder anderen Spiel vorgeführt worden“, sagt Heyder. Die Zwischenrunde war zwar ein großer Erfolg, kostete aber auch Kraft. 51 Pflichtspiele haben die Bamberger in dieser Saison bereits bestritten. „Ein kleines Tief war zuletzt schon da“, sagt Heyder, „wir waren platt, aber langsam kommt die Frische zurück.“ Gerade rechtzeitig zum morgigen Duell um Platz eins.

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