Sport : Der Meister ist der Meister

Die Eisbären schlagen die DEG 6:2 und verteidigen ihren Titel in der Deutschen Eishockey-Liga erfolgreich

Claus Vetter

Berlin - Es war um 16 Uhr 45, als am Ostermontag auf einer der beiden Spielerbänke im Sportforum Hohenschönhausen die Sektkorken knallten. Die Feier hatte begonnen, und die Profis der Eisbären konnten sich sicher sein, dass sie noch bis in die Morgenstunden des Dienstags dauern würde. Denn der neue Deutsche Eishockey-Meister ist der alte und kommt aus Berlin: Mit einem 6:2 (1:2, 4:0, 1:0)-Sieg gegen die Düsseldorfer EG im dritten Play-off-Finale der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) haben die Eisbären ihren Titel verteidigt. Bevor ihnen gestern vor 5000 dicht gedrängten Zuschauern im Sportforum der dritte und entscheidende Sieg gelang, hatten sie in der Serie 6:1 in Berlin und 2:0 in Düsseldorf gewonnen.

Knapp 30 Minuten waren gespielt, als Deron Quint seinen rechten Arm in die Höhe streckte und wenig später der Großteil der Zuschauer im Sportforum jubelte. Es waren Jubelschreie der Erleichterung, denn durch das Tor des Amerikaners waren die Eisbären erstmals in Führung gegangen. Zuvor hatten sich die Berliner gegen den erbittert kämpfenden Außenseiter recht schwer getan. Besonders wenig wollte den Eisbären dabei im ersten Drittel gelingen. Schon nach fünf Minuten mussten sie nach Undiszipliniertheiten von Denis Pederson und Sven Felski in einer 3:5-Unterzahl agieren. Das bestrafte die DEG: Daniel Kreutzer gelang mit einem Distanzschuss das 1:0 für die Düsseldorfer, die so erstmals in der Finalserie in Führung lagen.

Auch nach einem Fehler ihres Verteidigers Chris Schmidt, den Stefan Ustorf nach 16 Spielminuten zum 1:1 nutzte, resignierten die Düsseldorfer noch nicht. Exakt eine Minute vor der ersten Drittelpause nutzte Craig Johnson einen Abpraller zur 2:1-Führung für die DEG. Deren Manager Lance Nethery gab sich in der ersten Pause auch recht optimistisch. „Wenn wir diszipliniert bleiben, dann haben wir hier heute eine Chance“, sagte Nethery. Doch seine Mannschaft tat ihm den Gefallen nicht, im zweiten Abschnitt saßen zu viele Düsseldorfer zu oft auf der Strafbank.

Physisch konnten sie mit den Berlinern eben nicht mehr mithalten, zumal Trainer Don Jackson seinen Spielern doch recht ausgedehnt Einsatzzeiten gönnte. Mitunter waren etwa die Sturmreihe mit den Brüdern Chris und Peter Ferraro schon mal 90 Sekunden auf dem Eis, was im Eishockey eine halbe Ewigkeit ist. Das konnte nicht gut gehen aus Düsseldorfer Sicht, schon vor Quints Tor zum 3:2 übernahm der Meister die Initiative. Kelly Fairchild traf in Überzahl in der 26. Spielminute zum 2:2, nachdem die Düsseldorfer in Unterzahl zu weit nach vorn aufgerückt waren.

Nur 48 Sekunden nachdem Quint dann das wichtige Tor zum 3:2 für die Eisbären gelungen war, landete der Puck schon wieder im Tor von Andrej Trefilow. Patrick Jarrett hatte ihn zum 4:2 für die Eisbären ins Netz gestochert. Der schönste Treffer des Nachmittags aber war Derrick Walser vorbehalten. In eleganter Manier kurvte der Kanadier auf das Düsseldorfer Tor zu und hämmerte den Puck unter die Torlatte. Es war bereits das sechste Play-off-Tor des offensivstärksten Berliner Verteidigers.

Das 5:2 für die Eisbären fiel kurz vor der zweiten Pause. Die Entscheidung, wer Deutscher Meister wird, war somit schon vor dem letzten Abschnitt gefallen. In den letzten 20 Minuten der DEL-Saison passierte nicht mehr viel. Rund 500 Düsseldorfer Fans, die ihre Mannschaft schon mit einem Transparent mit der Aufschrift „Danke, Jungs“ begrüßt hatten, feierten in Sprechchören den „westdeutschen Meister“ – im Halbfinale hatte die DEG den rheinischen Rivalen Köln besiegt –, und die Fans der Eisbären feierten den verdienten Deutschen Meister und seinen Trainer Pierre Pagé (siehe Artikel rechts).

Ein wenig Unterhaltung auf dem Eis wurde auch noch geboten: Düsseldorfs Trainer Jackson nahm bereits 18 Minuten vor Schluss seinen Torwart Andrej Trefilow zugunsten eines sechsten Feldspielers vom Eis. „Wir wollten eben alles riskieren“, sagte Jackson. Alles oder nichts – es wurde nichts. Rob Leask schob den Puck zum 6:2 ins leere Düsseldorfer Tor.

Wie in der vergangenen Saison hatten die Eisbären eine sehr einseitige Finalserie mit 3:0 Siegen gewonnen. Mit der Teilnahme in dieser Saison standen sie bereits zum dritten Mal in Folge im Finale. Die Eisbären sind somit im laufenden Jahrzehnt die dominierende Mannschaft in der DEL, und diese Mannschaft hatte sich die Feierlichkeiten in der Kabine und mit ihren Fans nach der Pokalübergabe redlich verdient.

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