• Der Münchner Trainer über die heutige Profi-Generation, die Nationalmannschaft und Martin Max

Sport : Der Münchner Trainer über die heutige Profi-Generation, die Nationalmannschaft und Martin Max

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Werner Lorant (51) ist seit 1992 als Trainer beim TSV 1860 München. Er bestritt in seiner aktiven Zeit 325 Bundesligaspiele, u.a. für Borussia Dortmund und Eintracht Frankfurt. Seine oft kompromisslose Art hat ihm den Spitznamen "Werner Beinhart" eingebracht.

Herr Lorant, während Borussia Dortmund in dieser Saison drei Trainer benötigte, arbeiten Sie schon acht Jahre bei 1860 München. Was ist bei den "Löwen" anders als bei anderen Klubs?

Wir unterscheiden uns nicht, allerdings leistet der Trainer beim TSV 1860 sehr gute Arbeit. Und wenn der Trainer gut arbeitet, braucht man keinen neuen.

Vor einiger Zeit kündigten Sie dennoch verärgert Ihren Rücktritt an. War es Ihnen ernst mit dieser Drohung?

Wenn ich etwas äußere, dann meine ich das auch ernst. Aber wir haben die Probleme intern besprochen, haben eine neue Situation geschaffen, indem wir neun Spieler weggeschickt und sechs neue geholt haben.

Mit Martin Max verfügt 1860 über den treffsichersten Schützen der Liga. Noch Ende der vorigen Saison schien er ein Nervenbündel zu sein. Was haben Sie ihn wieder aufgebaut?

Ich habe ihm die körperliche Fitness zurückgegeben. Das war die Grundlage dafür, dass er sich sein Selbstvertrauen wieder erarbeiten konnte. Wie soll ein Spieler erfolgreich sein, wenn er nicht in der Lage ist, ständig in Ballnähe zu sein? Was nützt mir ein technisch perfekter Fußballer, wenn er nicht laufen kann?

Auch Thomas Häßler mussten Sie sein Selbstvertrauen zurückgeben ...

Ich habe ihm gesagt, was ich von ihm halte, was für ein hervorragender Fußballer er ist. Nicht umsonst hat er 97 Länderspiele gemacht.

zu denen keine mehr hinzu kommen?

Aus meiner Sicht gehört Häßler unbedingt in die Nationalmannschaft, genauso wie Martin Max. Den besten Torschützen der Liga, der in Topform ist, sollte man für ein Turnier, das über mehrere Wochen geht, auf jeden Fall berücksichtigen.

DFB-Teamchef Erich Ribbeck scheint seit dem katastrophalen Spiel gegen die Schweiz ziemlich ratlos.

Ein Trainerwechsel würde zu diesem Zeitpunkt keinen Sinn machen. Die Spieler stehen auf dem Platz, sie müssen die Punkte einfahren. Es müsste für jeden Spieler eine Ehre sein, mit dem Adler auf der Brust spielen zu dürfen. Die Betonung liegt auf "dürfen". Nur die Spieler, die brennen, sollten auch in der Nationalelf spielen dürfen.

Wie hätten Sie reagiert, wenn einer Ihrer Profis den Zustand der eigenen Mannschaft als "jämmerlich" bezeichnet hätte?

Ich glaube kaum, dass ein solcher Spieler noch oft für die Löwen auflaufen würde.

Sie haben sich über die mangelnde Professionalität der heutigen Profis beklagt.

Die Führungspersonen der Vereine sind gefordert. Wenn man sich das Gejammer der Spieler immerzu anhört, dann werden wir uns alle schon bald zu Tode jammern. Die Spieler sind Leistungssportler, sie werden hoch bezahlt. Das ist korrekt, die Zeit ist so. Dann muss aber auch die Leistung erstklassig sein.

Ihrer Elf stehen gegen Hertha BSC und den 1. FC Kaiserslautern zwei Endspiele um Platz vier und damit um die Champions-League-Teilnahme bevor. Wer macht das Rennen?

Wer wohl? 1860 München! Das Gespräch führte Andreas Kötter.

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