Sport : Der Mut bleibt auf dem Papier

Schwache Hoffenheimer unterliegen 0:2 beim HSV.

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Hamburg - An seinem Seitenlinien-Engagement lag es nicht – Frank Kramer trieb sein Team praktisch 90 Minuten an und gab immer wieder Anweisungen. Natürlich möchte sich Markus Babbels Nachfolger als Cheftrainer der TSG 1899 Hoffenheim empfehlen; da wäre ein Sieg am Freitagabend beim Hamburger SV ein guter erster Schritt gewesen. Doch nach einer mutlosen Leistung verlor Kramers Team verdient 0:2 (0:1) und bleibt bei mickrigen zwölf Punkten auf Rang 16 stehen.

Sportchef Andreas Müller hatte dem 40 Jahre alten Kramer zwei Spiele zur Bewährung versprochen – das verbleibende steigt nun am letzten Vorrundenspieltag gegen Meister Borussia Dortmund. Beide Hamburger Tore schoss Artjoms Rudnevs. Für den HSV war es ein vergleichsweise ungefährdeter Sieg gegen schwache Hoffenheimer, die sich auf eine ungemütliche Winterpause einrichten müssen.

Rein optisch sah es mutig aus, was Kramer, der vormalige Hoffenheimer U23-Coach, in seinem ersten Spiel als Cheftrainer der TSG spielen ließ: In Roberto Firmino, Kevin Volland und Eren Derdiyok hatte er drei offensiv ausgerichtete Akteure aufgeboten. Doch da Hoffenheim mit einer erstaunlichen Passivität in die Partie ging und Hamburg gewähren ließ, kamen die vorderen Drei kaum mal an den Ball. Teilweise bis zum eigenen Sechzehnmeterraum zogen sich die Kraichgauer zurück; sie gaben dem HSV jeden erdenklichen Platz zum Kombinieren. Eine doppelte Nachlässigkeit der Hoffenheimer ermöglichte den Norddeutschen die Halbzeitführung: Dennis Diekmeier konnte von rechts unbedrängt flanken, in der Mitte griff Matthieu Delpierre nicht ein, und Mittelstürmer Rudnevs konnte freistehend zum 1:0 einköpfen.

Der HSV freute sich nach Rudnevs zweitem Tor über den mit Rang sechs verbundenen siebten Saisonsieg und reiste gleich nach dem Abpfiff per Learjet zur Stadioneröffnung ins brasilianische Porto Alegre – dort spielen die Hamburger als geladener Gast an diesem Samstagabend. Was man für 825 000 Euro Gage doch nicht alles macht. Frank Heike

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