Sport : Der Nächste bitte

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Von Karsten Doneck

Schneverdingen. Rechter Fuß, linker Fuß, mal kurz, mal lang: Artig passte er die Bälle zurück zu Jörg Blüthmann. Die anderen spielten derweil 50 Meter weiter richtig Fußball. Spätestens gestern, als er mit Physiotherapeut Jörg Blüthmann seine Soloübungen im Trainingslager in Schneverdingen veranstaltete, muss François Herbert Endene Elokan gemerkt haben, wie es um ihn steht. Für den 23-jährigen Stürmer aus Kamerun wird das Probetraining beim Zweitligisten 1. FC Union kaum mit der erhofften Unterzeichnung eines Vertrages enden. Zumal die Ballarbeit mit Blüthmann sehr nach Beschäftigungstherapie aussah.

Das eine Hotelbett, das von Elokan nämlich, ist im Schneverdinger Quartier des 1. FC Union noch gar nicht frei, da wird schon das nächste belegt. Wieder kommt ein Stürmer zum Probetraining. Der ist erneut klangvoll: Agostinho Luis dos Santos Mateus. Der soll zunächst mal eine Woche lang vorführen, ob er die Stürmernot mindern kann. Mateus ist Angolaner, 21 Jahre jung und stand in der vorigen Saison im Kader von Sporting Lissabon. Mit einer Sondergenehmigung des Deutschen Fußball Bundes soll er bereits heute im Testspiel gegen den VfB Lübeck eingesetzt werden. Unions Trainer Georgi Wassilew stört das rege Kommen und Gehen der Kandidaten keineswegs. „Ich suche nun mal einen guten Mann für den Angriff. Der darf kein Geld kosten, soll aber unser Spiel verbessern. So jemanden zu finden, das erfordert Geduld“, sagt der Bulgare. Am 7. August empfängt er zwar den ehemaligen Mittelstürmer des TuS Talle, doch Gerhard Schröder dürfte Unions Sturmproblem auch nicht lösen können. Der Bundeskanzler wird an jenem Tag den Zweitligisten besuchen.

Wassilew kämpft hingegen mit Problemen. Die über sieben Stunden dauernde Bustour zum Testspiel gegen Emden (2:1) im ostfriesischen Jheringsfehn empfanden Spieler und Trainer bereits als Zumutung. Am Donnerstag wurde Wassilew richtig zornig. Wegen des Dauerregens war der Trainingsplatz in Schneverdingen gesperrt. Union wollte mit dem Training in die hoteleigene Tennishalle ausweichen, doch die war belegt. Wassilew polterte los: „Alles entwickelt sich bei uns profihaft, nur die Strukturen nicht.“ Am Donnerstag konnte Wassilew dann doch noch seine Spieler durch die Tennishalle scheuchen – und war versöhnlich gestimmt.

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