Sport : Der nächste Fall

Auch US-Sprinter Grimes ist gedopt

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Sacramento Drei Tage vor Abschluss der zehntägigen Olympia-Trials der amerikanischen Leichtathleten in Sacramento ist ein neuer Dopingfall bekannt geworden. Sprinter Mickey Grimes sei am 25. Mai bei einer Trainingskontrolle in Los Angeles auf Norandrosteron, ein Metabolit von drei Anabolika-Steroiden, positiv getestet worden, hieß es gestern auf der Website der „Chicago Tribune“.

Der 27-jährige Grimes gehört wie 100-Meter-Weltmeisterin Torri Edwards und Hürdensprinter Larry Wade der Trainingsgruppe von John Smith an. Von den beiden anderen Athleten waren an den Vortagen Dopingvergehen öffentlich geworden. Edwards gab die Einnahme des Stimulanzmittels Nikethamid zu. Wade wurde wie Grimes Norandrosteron nachgewiesen. Edwards und Wade droht eine zweijährige, Grimes eine lebenslange Sperre, weil er zum zweiten Mal positiv getestet wurde. Im Vorjahr war ihm die Goldmedaille der Panamerika-Spiele für den 100-Meter-Lauf wegen der Einnahme des Stimulanzmittels Ephedrin aberkannt worden

Edwards erwartet am Montag ihre Anhörung vor dem amerikanischen Schiedsgericht. Im Gegensatz zu Wade sind Edwards und Grimes am Freitag bei ihren Viertelfinal-Läufen über 200 Meter an den Start gegangen. Wade sei im Training hingefallen und habe sich dabei seinen linken Arm verletzt, so dass er am Samstag an den Vorläufen über 110 Meter Hürden nicht teilnehmen werde, sagte sein Agent Emanuel Hudson. Edwards, die als Zweite über 100 Meter eigentlich ein Olympia-Ticket sicher hat, lief in 22,60 Sekunden die schnellste Zeit des von 25 auf 19 Läuferinnen reduzierten Starterfeldes. Unter anderem verzichteten 100-Meter-Siegerin LaTasha Colander und Chryste Gaines, der ebenfalls eine lebenslange Dopingsperre droht. Colanders Absage kam selbst für ihren Trainer Trevor Graham überraschend. Der einstige Trainer von Marion Jones, der nach Zeitungsberichten den durch das Balco-Labor in Kalfornien ausgelösten Dopingskandal ins Rollen gebracht habe, schimpfte maßlos verärgert: „Beim Aufwärmen hat sie eine Verletzung vorgetäuscht, weil sie nicht laufen wollte. Sie denkt, die Qualifikation über 100 Meter ist genug. Doch sie sollte beide Strecken rennen. Deshalb haben wir doch so hart trainiert“. dpa

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