Sport : Der nächste Fehlstart

Schalke 04 verliert auch in Lyon mit 0:1

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Es sollte ein Neubeginn in einem anderen Wettbewerb werden. So hatte Felix Magath das erste Spiel des FC Schalke 04 in der Champions League deklariert und dabei eine große Portion Optimismus ausgestrahlt. Die Ankündigung des Trainers schien mehr als nur ein Wunsch zu sein, sie war eine Aufforderung an seine Spieler, nach drei Bundesligapleiten in Folge endlich für das erste Erfolgserlebnis zu sorgen. Doch auch bei Olympique Lyon halfen alle guten Worte nichts. Am Ende hieß es 1:0 (1:0) für die Franzosen. Die vierte Niederlage in Folge war perfekt und die Schalker fuhren mit der Erkenntnis zurück nach Gelsenkirchen, dass die Probleme trotz aller öffentlich zur Schau gestellten Zuversicht zu groß sind, als dass die nötigen Korrekturen über Nacht und lediglich mit gutem Willen vorgenommen werden könnten. Das Wort Krise dürfte in Schalke, ausgerechnet vor dem brisanten Revierderby am kommenden Sonntag gegen Borussia Dortmund, in aller Munde sein.

Dabei hatten die Schalker eine schwung- und verheißungsvolle Anfangsphase gegen den Halbfinalisten des Vorjahres hinter sich gebracht und hätten durch Jefferson Farfan eigentlich in Führung gehen müssen. Doch der Peruaner brachte innerhalb einer Minute weder seine Schusschance noch seinen unbedrängten Kopfball im Tor der Franzosen unter. Olympique, das bis dahin überaus nervös wirkte, kam aber dennoch zur Führung.

Weil Christoph Moritz eine Rückgabe per Kopf auf Torhüter Manuel Neuer probierte. Lyons Angreifer Michel Bastos hatte dieses Zuspiel allerdings erahnt, er erlief den Ball und lupfte die Kugel über Torhüter Neuer ins Tor. Moritz, der Übeltäter, ist eigentlich Mittelfeldspieler, doch er musste sich als rechter Verteidiger versuchen und konnte der Aufgabe kaum gerecht werden. Die Unausgewogenheit in dem von Magath zusammengestellten Mannschaftskader macht sich vor allem auf dieser Position deutlich. Im fünften Pflichtspiel war er bereits der vierte Verteidiger auf dieser Position.

Zumindest versuchten die Schalker nach dem Rückstand das Spiel zu kontrollieren. In den Vorwochen hatten sie sich nach einem Gegentreffer jeweils in ihr Schicksal gefügt.

Christoph Moritz hätte seinen Fehler dann auch beinahe wieder gutgemacht, aber Hugo Lloris in Lyons Tor parierte den Distanzschuss glänzend. Von den vermeintlichen Schalker Spitzenkräften im Angriff, Klaas-Jan Huntelaar und Raul, war außer Ballverlusten nichts zu sehen. Der nächste Tiefschlag für Schalke sollte kurz vor Ende der ersten Hälfte folgen. Nach einem Foulspiel an dem Lyoner Jimmy Briand stellte Schiedsrichter Ivan Bebek den Schalker Innenverteidiger Benedikt Höwedes zur Überraschung der 35 552 Zuschauer im Stade de Gerland mit Rot vom Platz.

Mit fortschreitender Zeit hatte die Mannschaft von Felix Magath aufgrund der Unterzahl kaum mehr die Kraft und offenbar auch nicht mehr den Willen, eigene Angriffe vorzutragen. Einen Torschuss gaben die Schalker in der zweiten Hälfte nicht mehr ab. Olympique Lyon spielte die Partie souverän und im Gefühl des sicheren Sieges problemlos über die Zeit. Die Franzosen vergaben allzu leichtfertig weitere Tormöglichkeiten und hätten das Ergebnis gegen die nun resignierenden Deutschen deutlich höher gestalten können.

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