Sport : Der nächste Griff ins Leere

Slowenien besiegt Algerien in einem schwachen Spiel dank eines weiteren schweren Torhüterfehlers mit 1:0

Fast wie das Original. Faouzi Chaouchi bei seiner Interpretation
Fast wie das Original. Faouzi Chaouchi bei seiner InterpretationFoto: REUTERS

Die Aktion mit dem höchsten Niveau trug sich nach gut einer Stunde zu. Ein algerischer Fan war in der zweiten Halbzeit auf einen Lichtmast des Peter-Mokaba-Stadions geklettert und verfolgte das zweite Vorrundenspiel der Gruppe C aus dieser elitären Position. Was er dabei zu sehen bekam, war die Mühe allerdings kaum wert: Der 1:0 (0:0)-Sieg über Algerien dank eines schweren Torwartfehlers brachte Slowenien zwar auf Platz eins der Englandgruppe, scheiterte aber nur knapp daran, die Partie Frankreich – Uruguay als größten WM-Langweiler abzulösen.

Das Geschehen auf dem Platz in Polokwane stand dem Genöle der Vuvuzelas in Sachen Eintönigkeit kaum nach. Es bot den 32 620 Zuschauern (darunter das von Fans bedrängte französisch- algerische Idol Zinedine Zidane) jede Menge Quergeschiebe im Mittelfeld und kaum Spektakuläres vor den Toren. Dass es doch noch etwas mit einem Treffer wurde, war in bester Gruppentradition dem Fehlgriff eines Torhüters zu verdanken. Elf Minuten vor Schluss ließ der Algerier Faouzi Chaouchi einen harmlosen Fernschuss von Robert Koren im Stile eines englischen Klassekeepers durch die Hände rutschen. Algeriens Trainer Rabah Saadane hielt sich trotzdem mit Kritik an Chaouchi zurück: „Wenn er nicht selbst darum bittet, gibt es keinen Grund, ihn auszutauschen.“

Erst Mitte des zweiten Durchgangs war ein wenig Aufregung ins Spiel gekommen. Der algerische Stürmer Abdelkader Ghezzal wurde nach knapp einer Stunde eingewechselt, hatte eineinhalb Kopfballchancen und flog nach 15 Minuten mit Gelb-Rot vom Platz – wegen eines Handspiels. So viel Gefühl in den Fingern hätte Faouzi Chaouchi sechs Minuten später sicher auch gern gehabt. Tsp

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