Sport : Der nächste Patient

Helen Ruwald

Einen ungewöhnlichen Satz sprach Trainer Emir Mutapcic nach dem nervenaufreibenden Sieg von Alba Berlin gegen Bonn am Sonnabend. "Beide Teams waren gut. Aber eines war komplett, eines nicht. Das komplette war Alba." Eine neue Situation für den Basketball-Bundesligisten, war es in den letzten Wochen doch andersherum. Der Gegner war vollständig, bei Alba fehlten abwechselnd Lütcke, Garris, Rödl, Pesic, Demirel und Zidek oder sie schleppten sich angeschlagen übers Feld. Für den Langzeitverletzten Zidek wurde Koturovic zurückgeholt. Der Rest hatte die Blessuren auskuriert, so dass Alba hoffte, endlich eine Woche ohne Ausfälle zu überstehen.

Doch daraus wird nichts. "Derrick Phelps werden am Donnerstag die Polypen entfernt. In der Spezialklinik war kein anderer Termin war frei", sagte Albas Manager Carsten Kerner gestern. Phelps fehlt am Mittwoch beim Euroleaguespiel bei Olympiakos Piräus und am Sonnabend in der Bundesliga bei Avitos Gießen. In beiden Spielen geht es für Alba um viel. In der Bundesliga gilt es, endlich vom fünften Platz nach oben zu klettern, in der Europaliga braucht Alba dringend Siege, um sich für die Zwischenrunde zu qualifizieren. Wobei die Beliner auch mit einem Phelps in Topform als Außenseiter in Athen angetreten wären, haben die Griechen Alba doch beim Hinspiel in der Max-Schmeling-Halle mit 88:69 deklassiert.

Probleme mit der Nase hat Albas US-amerikanischer Spielmacher schon lange. Vor zwei Wochen gegen Leverkusen kam eine Erkältung hinzu, Phelps bekam keine Luft mehr und ließ sich, auch zum Erstaunen seines Trainers, auswechseln. Es ging einfach nicht mehr. "Ich passe jetzt besser auf meine Gesundheit auf. Die Saison wird noch sehr schwer", sagte er einige Tage danach. Eine Operation um die Weihnachtszeit war geplant, aber möglichst nach dem Spiel bei Olympiakos. Akkupunktur brachte nicht die gewünschte Wirkung, Medikamente, die helfen könnten, stehen auf der Dopingliste.

"Es ist eine schwere Situation für mich, aber nur gesunde und zufriedene Spieler helfen uns weiter", sagt Mutapcic, "wenn man mit einer Operation wartet, kann wieder so etwas passieren wie gegen Leverkusen." Für Phelps spielt Mithat Demirel, der nach wochenlanger Pause (Knieprobleme) vor fünf Tagen gegen Tel Aviv sein Comeback gab. Ihm fehlt allerdings die Spielpraxis. Ein Gutes hat der Operationstermin: Zwei Wochen dauert die Heilung, gegen Efes Istanbul (9. Januar) soll Phelps wieder fit sein. In dem Heimspiel ist ein Sieg realistischer als bei Olympiakos. Bei einer späteren Operation würde Phelps gegen Efes fehlen.

0 Kommentare

Neuester Kommentar