Sport : Der nächste Sponsor steigt aus Doping: Rabobank zieht sich aus Radsport zurück

Amsterdam - Am Jahresende ist Schluss, der niederländische Sponsor Rabobank zieht sich nach siebzehn Jahren aus dem Radsport zurück. Grund sind die Dopingenthüllungen der vergangenen Tage um Lance Armstrong. Als Deutsche sind Profi Paul Martens und der gerade ins Management gewechselte Grischa Niermann betroffen. Wie das Team mitteilte, werden allerdings die Verpflichtungen weiter erfüllt. Ein neuer Namensgeber der Mannschaft wird gesucht, die ansonsten ohne Sponsorenbeflockung starten soll.

„Uns tut das Herz weh, aber wir sind nicht mehr überzeugt, dass der Profiradsport zu einem sauberen und fairen Sport werden kann“, sagte Bert Bruggink von der Rabobank.

Erst am Donnerstag war ein Rabobank-Fahrer ins Visier der Fahnder geraten. Gegen den Spanier Carlos Barredo wurde ein Verfahren wegen Unregelmäßigkeit in seinem Blutpass eröffnet. Am meisten Aufsehen hatte Rabobank aber 2007 erregt, als das Team Michael Rasmussen im Gelben Trikot aus der Tour de France nahm, weil der Däne Dopingkontrolleure mehrmals über seinen Aufenthaltsort getäuscht hatte. Rasmussen fährt heute im Drittliga-Team Christina Watches.

Der Radsport-Weltverband UCI hat den Rückzug des Geldinstituts in einer Stellungnahme bedauert und gleichzeitig für „viele erfolgreiche Jahre der Partnerschaft“ gedankt. Der in der Doping-Affäre Armstrong selbst stark unter Druck geratene Verband unterstrich, „in dieser schwierigen Periode“ alles zu tun „im Kampf gegen Doping“ und für „komplette Transparenz bei Verletzungen der Anti-Doping-Bestimmungen“ zu sorgen.

Mehrere Zeugen im Bericht der amerikanischen Antidoping-Agentur Usada hatten über Manipulationen der UCI zugunsten Armstrongs bei positiven Dopingtests berichtet. Zudem konnte die UCI bis heute nicht schlüssig erklären, weshalb 2001 nach dem angeblich vertuschten Dopingtest der Tour de Suisse 125 000 Dollar von Armstrong an den Verband geflossen waren. dpa

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