Sport : Der neue Elan des Florian Keller Bei der Hockey-EM

überzeugt der Berliner

Stefan Hermanns

Leipzig - Navina Omilade hat am Sonntag einen großen Auftritt. Die Fußball-Nationalspielerin aus Potsdam ist auserwählt, um in der Sportschau die zweite Runde des DFB-Pokals auszulosen. Doch wenn die deutsche Hockey-Nationalmannschaft heute (14 Uhr, live im ZDF) ihr EM-Halbfinale in Leipzig gegen Spanien gewinnt, spielt ihr Freund Florian Keller am Sonntag im Finale. Die Lösung des Problems sieht jetzt so aus, dass Omilade sich das Spiel in Leipzig anschaut, dann zur Auslosung nach Berlin gefahren wird und anschließend zur möglichen Siegesfeier nach Leipzig zurückkehrt.

Omilade hat nämlich einen gewissen Anteil am Erfolg der Hockeymannschaft. „Durch Olympia habe ich wieder Lust bekommen“, sagt Keller. Lust auf die Nationalmannschaft, für die er drei Jahre lang nicht gespielt hatte. In Athen, bei den Olympischen Spielen, gewann seine Schwester Natascha die Goldmedaille, und bei der Siegesfeier im Deutschen Haus lernte Keller Navina Omilade kennen. Seitdem sind sie ein Paar, und seitdem haben sie den Traum, 2008 gemeinsam zu den Olympischen Spielen nach Peking zu fahren. „Aber wie soll man drei Jahre planen?“, fragt Keller. Für deutsche Hockey-Nationalspieler ist das fast unmöglich. Sie trainieren wie Profis und verdienen wie Amateure. Ihr Urlaub geht für Lehrgänge drauf. Viele beenden daher früh ihre internationale Karriere. Keller befindet sich aber in dieser Hinsicht in einer recht komfortablen Situation. Sein Arbeitgeber ist sein Vater Carsten, der 1972 in München die Hockey-Goldmedaille gewann.

Bis zur WM 2006 in Mönchengladbach, der Heimatstadt seiner Freundin Navina Omilade, will Keller auf jeden Fall in der Nationalmannschaft spielen. Für Bundestrainer Bernhard Peters ist das eine erfreuliche Planungssicherheit. „Von seiner Qualität gibt es in Deutschland nicht viele“, sagt er. „Wenn wir ihn in Athen gehabt hätten, wären wir Olympiasieger geworden.“ Ohne Keller holten die Deutschen Bronze.

Wie wertvoll der Stürmer vom Bundesliga-Aufsteiger Zehlendorfer Wespen für das deutsche Team sein kann, hat sich bei der EM in Leipzig gezeigt. Im ersten Vorrundenspiel, beim 5:1 gegen Schottland, erzielte Keller zwei Tore. Trotzdem sagt er: „Es ist eigentlich egal, wer trifft.“ Beim zweiten Gruppenspiel gegen Belgien hat er sich am meisten über den Treffer zum 4:1-Endstand gefreut. Er fiel nach einer kurzen Ecke. Torschütze war Christopher Zeller.

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