Sport : Der Neue ist der Alte

Hans Meyer ist wieder Trainer in Gladbach

Mönchengladbach - Nach fünf Jahren und sechs Nachfolgern kehrt Hans Meyer zu Borussia Mönchengladbach zurück. Offensichtlich konnte es der Trainer kaum erwarten. „Es ist alles geklärt, ich fange sofort an“, wurde der 65-Jährige am Samstagmittag auf der Internetseite des Fachmagazins „Kicker“ zitiert. Das forsche Vorgehen von Meyer überraschte die Vereinsführung, die sich noch am Freitagabend beim Bundesligaspiel in Bochum schweigsam gezeigt hatte und allen Fragen zum Thema konsequent aus dem Weg gegangen war. Erst nach der Veröffentlichung des Zitats von Meyer bestätigte der Klub die Verpflichtung und teilte mit, dass Meyer einen Vertrag bis Juni 2010 erhält. Der neue alte Trainer wird am Sonntag offiziell vorgestellt.

Gleichwohl galt die Verpflichtung des charismatischen Routiniers längst als offenes Geheimnis. „Ein sehr erfahrener und sympathischer Trainer, der richtige Mann in unserer Situation“, hatte Borussias Aufsichtsratschef Hermann Jansen der Zeitung „Express“ gesagt. Letzte Hindernisse wurden kurzfristig aus dem Weg geräumt. Wie Meyers ehemaliger Arbeitgeber 1. FC Nürnberg am Samstag mitteilte, konnte die monatelange Rechtsstreitigkeit um Lohnfortzahlungen beigelegt werden. Beide Seiten einigten sich auf einen Vergleich und lösten den bis 2009 datierten Vertag auch offiziell auf. Meyer verbreitete Zuversicht: „Sieben bis acht Mannschaften sind doch nicht besser. Die fußballerische Substanz ist da.“ Vor allem die Sehnsucht der Mönchengladbacher nach Kontinuität sprach für die Verpflichtung Meyers. Seit dessen Abschied haben die Gladbacher in Ewald Lienen, Holger Fach, Dick Advocaat, Horst Köppel, Jupp Heynckes und Jos Luhukay sechs Trainer verschlissen.

Zudem leistete sich kaum ein anderer deutscher Verein in dieser Zeit eine derart hohe Fluktuation im Profikader. Nach eigener Aussage verfolgte Meyer die Partie in Bochum „mit Präsident Rolf Königs Hand in Hand am Fernsehen“.

Der Auftritt der Borussia in Bochum dürfte ihn zu der Zusage ermutigt haben. Nach zuletzt vier Niederlagen zeigte die Mannschaft Charakter. Selbst als die Führung durch Steve Gohouri nach den Bochumer Treffern von Christoph Dabrowski und Sinan Kaloglu verspielt war, stemmte sie sich gegen die drohende Niederlage und kam durch Thomas Kleine noch zum 2:2-Endstand. Die ungewöhnlichen Maßnahmen des als Interimslösung auf die Bank beorderten Sportdirektors Christian Ziege könnten auch Meyer inspirieren. Im Vergleich zur 1:2-Heimschlappe gegen Köln, die Luhukay den Job gekostet hatte, standen fünf andere Profis in der Anfangsformation. dpa/Tsp

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