Sport : Der Neue ist ein Alba-Versteher Nachwuchs-Programm lockte das Talent Zwiener

Ingo Schmidt–Tychsen

Berlin - Philip Zwiener versteht Alba Berlin. Zumindest glaubt Henning Harnisch das. „Er versteht das Alba-Programm“, sagt der Teammanager der Berliner. Unter anderem deshalb habe der Basketball-Bundesligist das 19-jährige Talent verpflichtet. Zwiener spielte in der vergangenen Saison beim Zweitligisten Bremen Roosters. Am Montag unterzeichnete der gebürtige Bremer einen Vier-Jahres-Vertrag bei Alba. Der U20-Nationalspieler gilt als das größte deutsche Talent seines Jahrgangs. Einige andere Bundesligisten hatten Zwiener Verträge angeboten, darunter GHP Bamberg. Nach Harnischs Angaben hatte der neue deutsche Meister Zwiener sogar ein finanziell besseres Angebot als die Berliner gemacht. Zwiener hat sich trotzdem für Alba entschieden. „Weil mich das Programm in Berlin überzeugt hat“, sagt Zwiener.

Das Alba-Programm. Gerne rühmt sich der Basketballverein damit, deutsche Spieler auszubilden, Talente geduldig zu fertigen Spielern reifen zu lassen. Alba kooperiert mit dem Regionalligisten TuS Lichterfelde (TuSLi). Die jungen Spieler erhalten zunächst eine Doppellizenz und dürfen damit in einer Saison bei TuSLi und Alba gleichzeitig eingesetzt werden. Robert Kulawick und Zwiener werden von der kommenden Saison an in beiden Teams spielen. Auch der 20-jährige Litauer Martynas Mazeika könnte mit einer Doppellizenz auftreten, die bis zum Alter von 22 Jahren erlaubt ist.

Alba setzt wieder auf den Nachwuchs. Zu Beginn der vergangenen Saison sah es so aus, als funktioniere das Programm nicht mehr zufriedenstellend. Nur Guido Grünheid war der einzige junge deutsche Spieler im Kader. Genützt hat die ihm nicht viel. Bei Alba wurde Grünheid nur selten eingesetzt. Sein auslaufender Vertrag wird deshalb nicht verlängert.

Es gäbe derzeit einfach nicht so viele Talente, rechtfertigten Albas Verantwortliche vor einem Jahr die wenigen jungen deutschen Spieler in ihrem Kader. Inzwischen hat Alba sie wiederentdeckt, die Talente. Unter Henrik Rödl, der Alba Berlin seit Dezember des vergangenen Jahres trainiert, bekamen Robert Kulawick und Sascha Leutloff Verträge bei Alba. Ihre Kontrakte wurden zu Beginn dieser Saison verlängert. Rödl kennt die beiden Spieler bereits aus seiner Zeit als Trainer von TuSLi. Der 36-Jährige ist selbst ein Produkt der Kooperation mit dem Regionalligisten. Eine halbe Saison lang arbeitete er gleichzeitig als Kotrainer von Alba und Cheftrainer bei TuSLi, bevor er zum Chefcoach Alba Berlins befördert wurde.

Durch ihn ist die Zusammenarbeit der beiden Klubs noch enger geworden. Rödl traut den jungen Spielern offenbar einiges zu. Vier Spieler unter 22 Jahren hat Alba für die neue Saison unter Vertrag: Mazeika, Leutloff, Zwiener und Kulawick. Ansonsten haben nur die beiden erfahrenen Alba-Spieler Matej Mamic und Jovo Stanojevic noch einen Vertrag.

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