Sport : Der neue Mut beim Sparen

Immer wenn gespart werden muss, dann geht es los in Berlin. Nicht bei den Theatern und Opernhäusern, tönt es aus der Kulturszene. Nicht bei Schulen und Universitäten, hallt es aus dem Bildungssektor. Nicht bei uns, rufen die Beamten aus den Verwaltungen. Und beim Berliner Sport? Da heißt es nur: nein, nicht schon wieder.

Verglichen mit anderen Posten des Haushalts kommt der Sport noch glimpflich davon. Auf den ersten Blick jedenfalls. Die rot-roten Koalitionäre haben auf ihrer Sparklausur beschlossen, die Sportförderung auf zehn Millionen Euro pro Jahr abzusenken. Bisher standen eine Million Euro mehr zur Verfügung - das sieht überschaubar aus. Natürlich ist das nur die halbe Wahrheit. Denn sportliche Großveranstaltungen werden nun der Förderung zugerechnet. Allein die Ausrichtung der Schwimm-Europameisterschaften und der Finalrunde der Volleyball-WM kosten die Stadt 1,8 Millionen Euro. Das Geld muss nun aus der Sportförderung erbracht werden. Übrig bleiben also 8,2 Millionen Euro. Für alles andere.

Der Landessportbund hat sich jetzt für harte Einschnitte entschieden. Veranstaltungen wie der 25-Kilometer-Lauf sollen nicht mehr mit öffentlichem Geld unterstützt werden. Zudem werden bis zu acht Sportarten nicht mehr strukturell gefördert. Berliner Eiskunstläufer, Turner und Handballer werden in Zukunft ohne Landestrainer auskommen müssen. Sie sind nicht erfolgsträchtig genug. Selbst die Berliner Wasserballer, in Deutschland seit Jahren absolute Spitze, müssen sparen. Denn international bleiben die Erfolge aus.

Die Streichliste ist hart. Aber sie ist richtig. In der Breite hat der Berliner Sport lange genug gekürzt. Seit 1993 wurde die Sportförderung um 45 Prozent reduziert - meist nach dem Motto: hier ein bisschen weniger, dort etwas kleiner. Das geht nicht mehr. Die Entlohnung für Übungsleiter beträgt nur noch zwei Euro pro Stunde. Und die Jugendarbeit der Vereine beruht zu großen Teilen auf dem Ehrenamt. Hier gibt es nichts mehr zu holen. Also müssen Prioritäten gesetzt werden. Mit wenig Geld kann man eben nicht alles bezahlen. Nur das Wichtigste.

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