Der Niedergang der Sportstadt Hamburg : Mario Barth statt Hamburg Freezers

Den Hamburg Freezers droht das Aus - und der vermeintlichen Sportstadt Hamburg ein weiterer herber Dämpfer.

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Die Arena der Freezers. Wird das DEL-Team dort auch nächste Saison auflaufen? Eher nicht.
Die Arena der Freezers. Wird das DEL-Team dort auch nächste Saison auflaufen? Eher nicht.Foto: dpa

Wer wissen will, was aus der Sportstadt Hamburg geworden ist, der sollte einen Blick in den Veranstaltungskalender der dortigen, von der Anschutz Entertainment Group (AEG) im Jahr 2007 gekauften Arena werfen. Es treten in diesem Jahr noch unter anderem auf: Mario Barth, die Scorpions und die Böhsen Onkelz. Es treten nicht mehr auf: die pleitegegangenen Handballer vom HSV Hamburg sowie aller Voraussicht nach nun auch die Eishockeyspieler der Hamburg Freezers.

Der Investor, die AEG, zieht sich, wie gestern überraschend bekannt wurde, von dem Team aus der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) zurück. Offensichtlich lohnt sich das Investment nicht, was schon deshalb bemerkenswert ist, weil die AEG ja gleichzeitig der Eigentümer der Spielstätte ist.

Spitzensport in Hamburg liegt am Boden

Der Spitzensport liegt in der vermeintlichen Sportstadt Hamburg am Boden. Dabei wollten sie dort richtig was los machen. Es ist gerade mal rund sechs Monate her, da war Hamburg noch ein Bewerber-Kandidat für die Olympischen Spiele. Der organisierte deutsche Sport hatte sich zuvor für die Hansestadt und gegen Berlin entschieden. Ein entscheidendes Kriterium pro Hamburg war die vermeintliche Euphorie. Diese war damals schon eher von den Olympia-Organisatoren propagiert denn wirklich in der Stadt vorhanden.

Hamburgs Sport-Staatsrat Christoph Holstein sagte jüngst, dass der Sport in Hamburg dann eine Chance habe, wenn er gute Geschichten schreibe. Die bittere Wahrheit aber ist, dass Mario Barth derzeit in Hamburg seine Geschichten erzählen darf, nicht aber die besten Handballer oder Eishockeyspieler der Stadt.

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