Sport : Der Niederländer Fred Rutten soll künftig Schalke trainieren

Jörg Strohschein

Gelsenkirchen - Als die rund einstündige Fragestunde beendet war, wirkte Andreas Müller gelöst. Er hatte die Gründe für die Trennung von Trainer Mirko Slomka verkündet und schien sich mit diesem Thema nicht länger aufhalten zu wollen. „Wir brauchen einen Neuanfang. Und die Trennung von Mirko war der richtige Schritt in die Zukunft des Klubs.“ Das war noch der markanteste Satz, den der Manager von Schalke 04 gestern geradezu aggressiv ausrief.

Die kurzfristige Zukunft der Schalker ist geregelt und wird auf zwei Schultern verteilt. Müllers ehemalige Mannschaftskameraden Youri Mulder als Kotrainer und Mike Büskens als Chef-Fußballlehrer werden sich die Verantwortung in den nächsten sechs Bundesligapartien teilen. Die Saison der Schalker soll möglichst mit der erneuten Teilnahme an der Champions League beendet werden. „Ob sie das schaffen, wissen wir nicht“, sagt Müller. „Aber ob Mirko Slomka das geschafft hätte, wissen wir auch nicht.“

Mehr Vertrauen als in die doppelte Interimslösung auf der Trainerbank sollte Müller in die langfristige Lösung und damit in die Suche nach dem neuen Cheftrainer legen. Dessen Name dürfte aller Voraussicht nach Fred Rutten lauten. Der 45-jährige Holländer ist derzeit Trainer von Twente Enschede, dem Tabellenvierten der holländischen Ehrendivision. Auch der Hamburger SV stand in Verhandlungen mit Rutten – auf Empfehlung seines aktuellen Trainers Huub Stevens. Doch beide Parteien konnten sich bisher nicht einigen. Schalke meint nun offenbar, dass Fred Rutten auch ganz gut in das eigene Anforderungsprofil passen könnte. Der Mann gilt als Trainer, der ähnlich wie Huub Stevens viel Wert auf Disziplin bei der Arbeit mit seinen Spielern legt. Andreas Müller bezeichnete diesen Umstand als „das Wichtigste für eine Mannschaft“. Und auch Ex-Manager Rudi Assauer ließ aus der Ferne wissen: „Ein guter, konsequenter Mann.“

Der neue Kotrainer Youri Mulder setzte sich jedenfalls auffallend offensiv für seinen Landsmann ein. „Wenn das mit Fred klappen würde, wäre das eine gute Wahl. Er ist einer der besten Trainer, mit denen ich zusammengearbeitet habe“, sagte er. Der 39-Jährige war bis zum Sonntagvormittag Ruttens Kotrainer in Enschede. Und eine Verpflichtung seines ehemaligen Chefs dürfte mit einer gleichzeitigen Vertragsverlängerung Mulders als rechter Hand des neuen Schalker Trainers einhergehen. „Und sollte das mit Fred nicht klappen“, sagte Mulder noch, „dann nehme ich das auf meine Kappe.“ Jörg Strohschein

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