Sport : Der Nürburgring ist für die Invasion durch die Formel-1-Fans gerüstet

Michael Schumacher ist wieder da, die Bauarbeiter sind rechtzeitig weg, mehr als 300.000 Fans sollen kommen: Das Duell zwischen Ferrari und den Mercedes-Silberpfeilen elektrisiert am kommenden Wochenende beim sechsten Lauf zur Formel-1-WM (Sonntag 14 Uhr/live in Premiere World und RTL) die Massen. "Wir wollen die Zuschauerzahl des Vorjahres knacken. Ich bin sicher, dass wir das schaffen können", meint Walter Kafitz, Geschäftsführer der Nürburgring GmbH. 1999 hatten 305.000 Zuschauer an den drei Renntagen für eine Invasion in der Eifel gesorgt, 142.000 am Sonntag für eine Bestmarke seit der Eröffnung der neuen Grand-Prix-Strecke 1984. Und das, obwohl Ferrari-Star Michael Schumacher fehlte.

"Vielleicht kommen diesmal am Sonnabend ein paar Leute mehr. 1999 haben sich vielleicht ohne Schumacher einige auf das Rennen konzentriert", sagt Kafitz. Eventuell wird im Laufe dieser Woche noch eine kleine Zusatztribüne aufgebaut und die Kapazität des Rings etwas vergrößert. Für die vielen Formel-1-Fans wünscht sich Kafitz trockenes Wetter "mit ein paar kleinen Schauern, damit unsere deutschen Fahrer wie im letzten Jahr ihr Können zeigen können". Ralf Schumacher und Heinz-Harald Frentzen führten den verrückten Regen-Grand-Prix im September 1999 kurzfristig an, bis sie technische Pannen stoppten.

Das Formel-1-Rennen macht die strukturschwache Eifelregion zu einer Goldgrube. Rund 130 Millionen Mark fließen in die Kassen von Hotels und Gastronomie rund um den Ring, die so genannte Nettowertschöpfung liegt bei geschätzten 25 Millionen Mark. Das größte Geschäft macht allerdings Formel-1-Boss Bernie Ecclestone. Laut dem Nachrichtenmagazin "Focus" erzielt der Brite einen Reingewinn von rund 43 Millionen Mark. Nach einer vom Automobil-Weltverband FIA in Auftrag gegebenen Untersuchung von 1997 ist der Nürburgring umsatzmäßig die Nummer eins in der EU. Pro Tag gibt jeder Rennbesucher durchschnittlich 437 Mark aus. Der Jahresumsatz der Nürburgring GmbH wurde von 14 auf mehr als 70 Millionen Mark gesteigert.

Mehr als 3000 Unternehmen und Betriebe sind in der Rennwoche engagiert, knapp 15.000 Menschen an den "tollen Tagen" rund um den Formel-1-Karneval beschäftigt. In der Region sind ungefähr 2500 Arbeitsplätze mittel- beziehungsweise unmittelbar abhängig vom Nürburgring, 200 Menschen sind direkt am Ring angestellt.

Um diese Einnahmequelle langfristig zu sichern - der Vertrag mit Ecclestone wurde vorzeitig bis 2004 verlängert - investiert die Nürburgring GmbH 30 Millionen Mark in eine Verbesserung der Infrastruktur. Rechtzeitig zum Großen Preis von Europa wurde das neue Boxengebäude fertig.

0 Kommentare

Neuester Kommentar