Sport : Der Patient Simon Rolfes trifft wieder

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Wolfsburg - Es dauerte keine 60 Minuten, bis auf den noch schwitzenden Simon Rolfes die Frage nach einer möglichen Rückkehr in die deutsche Nationalmannschaft zukam. Zwei Tore von ihm innerhalb von elf Minuten, aus einem 0:2 in Wolfsburg noch einen 3:2-Sieg gemacht – es war klar, dass Rolfes gleich wieder zu einem Messias des Fußballs erklärt werden sollte. „Mein Ziel bleibt 2011“, sagte der 28-Jährige mit Blick auf die Nationalelf. Sein Verdienst 2010 ist, dass Bayer Leverkusen jetzt schon auf Platz drei steht.

Sein Auftritt dauerte nur 20 Minuten. Wegen einer schweren Verletzung im Knie, das wegen eines Knorpelschadens fast ein Jahr lang behutsam aufgebaut werden musste, ist Rolfes im Moment nur Reservist in Leverkusen. „Aber Simon lässt den Kopf nie hängen. Er ist der Motivator und Motor in unserer Mitte“, sagte Bayer-Kapitän Manuel Friedrich. Leverkusens Sportdirektor Rudi Völler bescheinigt dem Patienten und Kämpfer Rolfes eine unglaubliche Disziplin. Dessen Comeback nannte er ein Märchen, das den Wolfsburgern wie ein Albtraum vorkam.

„Wir haben gemerkt, dass die Wolfsburger nicht so sicher sind“, sagte Rolfes, der erst in der 70. Minute beim Stand von 2:0 für Wolfsburg eingewechselt worden war. Aber sein kurzer Auftritt reichte, um seinen prominenten Widersacher Diego ratlos zurückzulassen. Der Brasilianer hatte eine starke Leistung gezeigt, konnte aber in der Schlussphase keine Akzente mehr setzen. Nach einer Ecke und einem Freistoß reagierte Rolfes jeweils schneller als die gesamte Wolfsburger Hintermannschaft. Bayer-Trainer Jupp Heynckes hat so viel Vertrauen in ihn, dass Rolfes selbst entscheiden kann, wann Kopf und Knie in der Bundesliga wieder vom Anpfiff an mitspielen wollen.Christian Otto

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