Sport : Der Patriot

Axel Vornbäumen

Sollte Angela Merkel manchmal den Sportteil lesen, was nach ihrer sommermärchenhaften Begeisterung für den Fußball ja so abwegig nicht ist, dann hat sie seit dem Wochenende eine neue Option für etwaige Kabinettsumbildungen: Christoph Daum. Der Mann hat das Zeug zum Minister für den Aufbau Ost, eine nach wie vor sehr schöne Aufgabe, die derzeit bei Verkehrsminister Wolfgang Tiefensee angesiedelt ist, einer etwas blässlich daherkommenden Figur, die zudem den sperrigen Titel „Beauftragter der Bundesregierung für die neuen Bundesländer“ trägt.

Und? Ja eben. Kein Wunder, dass das mit dem Osten nix wird.

Vermutlich besser, da wäre einer, der – sinnbildlich gesprochen – auch mal den direkten Weg zum Tor suchte. Einer wie Daum. Via „Bild am Sonntag“ hat Daum nun zu einer Revolution aufgerufen. Wenn er könnte, wie er wollte, würde er „einen Bundesligaverein nach Dresden oder Leipzig delegieren“, sowie aus nicht näher erläuterten Töpfen Geld und Spieler für ausgewählte Ostvereine abstellen, bis diese aus eigener Kraft in der auf 20 Klubs aufgestockten Bundesliga mitmischen können. Außerdem: Die Bayern sollten gelegentlich ihre Heimspiele in der Champions League im Osten austragen – und nicht mehr in der heimischen Allianz-Arena. Wie gemein!

Eine ganz neue Form von Patriotismus wäre das – und Deutschland bewegte sich. Doch, das müsste der Kanzlerin gefallen: ständig schon in der Vorrunde ausscheidende Bayern und ein darüber zunehmend verzweifelter werdender Edmund Stoiber.

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