Sport : Der Patzer nach den Patzern: Auch Gladbach verliert – 0:1

Nürnberg - Bittere Pleite für Borussia Mönchengladbach: Die Rheinländer konnten die Patzer der Konkurrenz aus München und Gelsenkirchen nicht nutzen und verloren beim 1. FC Nürnberg durch einen späten Gegentreffer mit 0:1 (0:0). Das entscheidende Tor schoss Albert Bunjaku in der 88. Minute. Für Nürnberg war es bereits der dritte Sieg in Serie. Die Borussia verpasste dagegen die Chance, an Bayern vorbeizuziehen und kassierte die erste Niederlage der Rückrunde.

Lucien Favre war entsprechend angefressen: „Wir hatten zu viele unnötige Ballverluste und spielen zurzeit nicht so gut wie vor zwei Wochen. Es fehlen die Tiefe und die Durchschlagskraft.“

Sein Gegenüber Dieter Hecking wusste den Sieg dennoch einzuschätzen: „Heute hatten wir auch das Glück, dass man so ein Spiel mal gewinnt.“ Einen besonderen Gruß richtete Hecking an den Siegtorschützen: „Bunjaku war einfach dran!“ Für den Schweizer, der vier Minuten zuvor ins Spiel gekommen war, war es das erste Tor seit zwei Jahren, in denen er mit Verletzungen zu kämpfen hatte.

Das Spiel begann durchaus Schwung. Unter der Woche hatte Nürnberg noch acht und Mönchengladbach neun Profis für Länderspiele abgestellt. Doch müde wirkte keines der beiden Teams. Von Beginn an entwickelte sich vor 45 675 Zuschauern eine schnelle Partie mit Chancen auf beiden Seiten. Zwar hatte Nürnbergs Trainer Dieter Hecking vor seinem 75. Einsatz als Club-Coach angekündigt, die Borussia nicht nur ärgern, sondern schlagen zu wollen. In den ersten Minuten gab es jedoch vor allem Chancen für die Gladbacher. Nach zehn Minuten verlor das Spiel an Tempo, da beide Hintermannschaften früher störten.

Vor allem die Defensive der Gäste zeigte jetzt, warum sie in den acht vorangegangenen Partien kein Gegentor vor der Pause kassiert hatte. In der Offensive fand das viel gepriesene Trio Marco Reus, Juan Arango und Mike Hanke nur selten zum spielerischen Glanz, den es noch vor dem Schlüsselbeinbruch von Patrick Herrmann zu viert verbreitet hatten.

Zwar kamen die Rheinländer immer wieder über die Flügel vors Tor. Dort mangelte es dann aber an Ideen, um die Nürnberger Abwehr in Bedrängnis zu bringen. Beide Mannschaften warteten auch nach 30 Minuten noch auf eine Ecke. So blieb es bis zum Pausenpfiff beim torlosen Unentschieden. Es deutete sich an, dass Nürnberg zum ersten Mal in dieser Saison gegen eines der vier Top-Teams punkten könnte. Die 3.600 mitgereisten Borussen feierten ihr Team dennoch.

Gladbach hatte im zweiten Abschnitt insgesamt mehr Spielanteile, gefährliche Torchancen erspielte sich der fünfmalige Deutsche Meister aber nicht mehr. Zwei Minuten vor dem Abpfiff war Bunjaku nach einer starken Einzelleistung von Esswein zur Stelle und traf zum schmeichelhaften Siegtreffer. dapd

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