Sport : Der perfekte Plan

Der Ersatzsturm sichert 1860 einen 2:1-Sieg gegen Köln

Daniel Pontzen

München. Am Freitag hatte ein intensiver Dialog stattgefunden, und für Zuhörer wäre der Gang der Dinge wohl zu erahnen gewesen beim gestrigen 2:1-Sieg des TSV 1860 München gegen den 1.FC Köln. Falko Götz hatte sich eine Strategie überlegt, die den Gegner verwirren sollte, und einer der zentralen Darsteller in diesem Planspiel war Francis Kioyo, der als dritter Stürmer das Offensivspiel beleben sollte. Also fragte Götz den Kameruner, bislang in der Bundesliga noch ohne Einsatz von Anfang an: „Bist du fit?“, und als Kioyo gehorsam nickte, hakte Götz nach: „Bist du fit für 90 Minuten?“ Die Antwort: „Ja, Trainer, ich würde mich freuen.“

Falko Götz bereitete ihm die Freude, und am Ende wird sich vor allem Götz selbst gefreut haben: nicht bloß weil Kioyo gegen seinen ehemaligen Arbeitgeber schon in der siebten Minute ein Tor erzielte, nicht bloß, weil der später für ihn eingewechselte Paul Agostino seinen Einsatz sieben Minuten vor dem Schlusspfiff mit dem Siegtreffer ebenfalls rechtfertigte – sondern vor allem, weil die Gastgeber dank einer hervorragenden Mannschaftsleistung hochverdient die Punkte acht bis zehn für sich verbuchten.

Kölner Chaos

Von Beginn an wirbelten die Münchner Offensivkräfte durch die Gästeabwehr. Beinahe hätte es schon nach 24 Sekunden 1:0 gestanden, wäre Markus Schroth nicht selbst „ein bisschen überrascht“ gewesen, als er plötzlich vor Kölns Torwart Stefan Wessels auftauchte und ihn anschoss. Weniger verdutzt war sechs Minuten später Kioyo, als er eine Kopfball-Vorlage Schroths aus kurzer Distanz zur schon diesem Zeitpunkt verdienten Führung ins Tor lenkte.

Ein wenig trotzig klang es, als Kölns Trainer Friedhelm Funkel anschließend behauptete, „wir waren nicht überrascht, dass die Löwen mit drei Stürmern angefangen haben“, denn auch in der Folge ging es dank flüssigen Direktspiels der Sechziger immer wieder chaotisch in der Kölner Abwehr zu, bis Funkel reagierte und Defensivmann Cichon für Stürmer Ebbers einwechselte. Zur Halbzeit hätte es ohne weiteres 4:0 für die furios aufspielenden stehen können, doch das Spiel, es folgte einer spannenderen Dramaturgie.

Die Kölner steigerten sich nach der Pause und kamen durch Springers Kopfball, so Götz, „rechtzeitig“ zum Ausgleich. „Nach diesem Weckruf haben wir alles nach vorne geworfen“, und dank eines beherzten Spannstoßes von Paul Agostino reichte es noch zum Siegtreffer. Der Australier, in der Stürmerhierarchie nur Nummer vier und erst 20 Minuten zuvor auf den Platz gekommen, war ebenfalls eine feste Größe im Planspiel des Münchner Strategen Falko Götz gewesen. „Francis hat ein Tor gemacht, jetzt machst du auch eins“, hatte er Agostino kurz vor der Einwechslung eröffnet. Es war halt alles perfekt geplant an diesem Münchner Spätsommernachmittag.

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