Sport : Der perfekte Wettbewerb

Albas Basketballer freunden sich mit dem Uleb-Cup an – nur die Fans nicht

Ingo Schmidt-Tychsen

Berlin - Stefano Garris hatte es eilig. „Ich muss weg“, sagte der Basketballer von Alba Berlin eine halbe Stunde nach Spielende. Schnell hastete er aus der Max-Schmeling-Halle und fuhr nach Hause, um seine Erkältung auszukurieren. Acht Minuten lang hatte sich der 25-Jährige bei Albas erster Niederlage (57:64) im Uleb-Cup gegen Spirou Charleroi übers Feld gequält – und nicht einen Punkt erzielt.

Die Berliner hatten sich am Spielende einige Pfiffe anhören müssen, doch konnten sie ihre schwache Leistung immerhin mit dem Grippevirus entschuldigen, der das Team seit zwei Wochen heimsucht. Nach Angaben von Trainer Emir Mutapcic waren nur vier seiner Spieler im Vollbesitz ihrer Kräfte. Dennoch führt Alba nach der Hinrunde im Uleb-Cup weiterhin die Gruppe A an. „Wir haben immer noch die beste Ausgangsposition“, sagte Alba Berlins Vizepräsident Marco Baldi. Podgorica, Paok Saloniki und Charleroi liegen allerdings nur eine Niederlage hinter Alba. In der Rückrunde haben die Berliner nur zwei Heim-, aber drei Auswärtsspiele. Am Dienstag in Podgorica wartet bereits eine schwere Aufgabe.

„Für uns ist der Uleb-Cup im Moment der perfekte Wettbewerb“, sagt Teammanager Henning Harnisch. „Die Gegner sind auf unserem jetzigen Niveau, weil wir eine neue Mannschaft haben. Aber längerfristig wollen wir wieder in die Europaliga.“ Um wieder dort hinzukommen, muss Alba Deutscher Meister werden oder den Uleb-Cup gewinnen. Letzteres dürfte schwer werden. „Der momentane Tabellenstand in unserer Gruppe täuscht“, sagt Baldi. Zweimal, gegen Dünkirchen und Saloniki, konnte sich Alba erst nach Verlängerung durchsetzen. „Das Erreichen des Achtelfinales wäre schon ein Erfolg“, sagt Baldi. Um das zu erreichen, sollten die Berliner mindestens Zweiter ihrer Gruppe werden.

Das Publikum hat den neuen Wettbewerb noch nicht angenommen. Zu den drei Spielen kamen im Schnitt nur 4180 Fans. In der Europaliga lag er bei 5198. Vizepräsident Baldi sagt: „Wenn wir das Achtelfinale erreichen, wird sich das ändern.“

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