Sport : Der Pokal – genial seit 1871

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Auch das noch, ein Zweitligist im DFB-Pokalfinale! Wer will denn das sehen?!? Schon beim Halbfinale Duisburg gegen Cottbus schauten nur 4,6 Millionen Zuschauer zu – zwei bis vier Millionen weniger, als normalerweise die ARD-Erfolgsserien „In aller Freundschaft“ und „Um Himmels Willen“ auf dem gleichen Sendeplatz verfolgen. Und am 21. Mai verdirbt nun Zweitligist Duisburg das Großevent Pokalfinale, Igitt!

Wer so denkt, hat nichts verstanden. Denn der Pokal erlebt gerade seine Renaissance. Nicht nur, weil die Klubs so viel verdienen können wie nie zuvor: bis zu 6,3 Millionen Euro, plus Einnahmen aus Liveübertragungen und Tickets. Und nicht nur, weil der Pokal für beide Finalisten wohl die einzige realistische Chance ist, diese Saison sportlich noch etwas zu holen; Champions League hin, Aufstieg her.

Nein, vor allem zeigt der Finalist Duisburg: Das Prinzip Pokal funktioniert noch immer. Und zwar seit 1871, seit der englische Verband FA als erster die Idee hatte, alle Teams des Landes einzuladen und in einem K.-o.-System gegeneinander spielen zu lassen – so einfach wie genial.

Denn in Zeiten, in der niemand versteht, wer in Champions und Europa League eigentlich wann wie in welche Runde kommt, besticht der DFB-Pokal durch Klarheit: sechs einfache Runden, in denen Helden geboren werden. Und das von der Amateurmannschaft bis ganz nach oben. Das ist in anderen Sportarten wie Basketball oder Eishockey nicht mehr so. Da interessiert der Pokal auch fast keinen. Und wer sich im Fußball an einem Zweitligisten im Finale stört: Ein Erstligist hätte ihn ja schlagen können.

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