Sport : Der Pott ist eine Scheibe

Bamberg und Frankfurt streiten um Albas Nachfolge

Benedikt Voigt

Berlin - Man muss es Steffen Hamann nachsehen. Der Bamberger Basketballprofi kletterte am Dienstag im ersten Überschwang der Gefühle in der Max-Schmeling-Halle auf einen Stuhl und rief den Bamberger Fans zu: „Jetzt holen wir den Pott.“ Doch das wird ihm nicht gelingen. Der Pott ist gar kein Pott – sondern eine flache Scheibe.

Hamann dürfte den Meisterschild der Basketball-Bundesliga gemeint haben, den er jetzt mit seinem Team GHP Bamberg holen will. Dazu muss er in der Finalserie nach dem Modus Best of five ab heute (14.10 Uhr, live im DSF) die Skyliners aus Frankfurt dreimal bezwingen.

Woher soll der 22-Jährige auch wissen, welche Trophäe der deutsche Basketball-Meister bekommt? Seit 14 Jahren haben nur Spieler von Bayer Leverkusen oder Alba Berlin den Schild in der Hand gehalten. Seinen Trainer hätte er vielleicht fragen können, Dirk Bauermann feierte mit Leverkusen bereits sieben Mal den Meistertitel. Allerdings, die neue Trophäe hat er noch nicht überreicht bekommen. Während der Meisterära von Alba Berlin, die am vergangenen Dienstag durch die Niederlage im entscheidenden Halbfinal-Play-off-Spiel gegen Bamberg zu Ende ging, ist der alte Meisterschild gegen einen moderneren ausgetauscht worden.

In diesem Jahr sind Bambergs Chancen groß, mit der neuen Trophäe Bekannschaft zu machen. Bauermann glaubt, dass sein Team besser spielen wird als im letzten Jahr. Damals verlor es die Finalserie 0:3 gegen Berlin. „Wir sind an der Reihe“, sagt der Trainer. Auch Hamann glaubt an den Meistertitel. „Wir haben gegen Berlin bewiesen, zu was wir fähig sind, jetzt wollen wir uns nicht mehr stoppen lassen.“

Die Verantwortlichen vom entzauberten Seriensieger Alba Berlin dürften ihrem Bezwinger im Finale die Daumen drücken. Bestehen doch Chancen, dass die Berliner noch in die Europaliga aufrücken, falls Bamberg Meister wird. Die Bamberger erwägen, in diesem Fall auf eine Teilnahme an der Europaliga zu verzichten. „Wir fühlen uns im Uleb-Cup gut aufgehoben“, hat Geschäftsführer Wolfgang Heyder bereits gesagt. Weil das Bamberger Forum nicht die Mindestanforderung der Europaliga von 5000 Zuschauern erfüllt, müsste der Klub für die internationalen Spiele nach Nürnberg umziehen. Auch finanziell hält Heyder seinen Klub nicht für wettbewerbsfähig in der Europaliga.

Frankfurt hingegen spielte bereits in der wichtigsten europäischen Basketball-Liga Europas und würde das Teilnahmerecht auch wahrnehmen. Bis dahin fehlt dem Klub allerdings noch etwas: drei Siege.

0 Kommentare

Neuester Kommentar