• „Der Präsident hat uns einiges zu erklären“ Theo Zwanziger über die Führungskrise des DFB

Sport : „Der Präsident hat uns einiges zu erklären“ Theo Zwanziger über die Führungskrise des DFB

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Herr Zwanziger, die Absage Ottmar Hitzfelds setzt den DFB, vor allem aber Präsident MayerVorfelder unter Druck.

Sie sagen es. Der Montag, der Tag der Präsidiumssitzung, wird sehr wichtig. Im Fokus muss stehen, unter wessen Leitung wir wieder eine sportlich leistungsfähige Mannschaft bekommen. Und natürlich wird es auch darum gehen, ob das Verfahren in dieser Angelegenheit in den vergangenen Tagen richtig war. Der Präsident wird einiges zu erklären und das Präsidium einiges zu bewerten haben.

Die Stimmen, die eine Ablösung Mayer-Vorfelders fordern, mehren sich. DFB-Vizepräsident Nelle hat Sie als Nachfolgekandidaten ins Spiel gebracht.

Wir haben im Moment andere Probleme zu lösen. So weit ich weiß, haben wir noch keinen neuen Bundestrainer. Deshalb ist es unsere Aufgabe, so schnell wie möglich einen Nachfolger für Rudi Völler zu finden.

Schließen Sie Ihre Kandidatur aus?

Mein Name ist vor drei Jahren schon einmal gehandelt worden. Meine Lebensplanung sah nicht vor, 2004 DFB-Präsident zu werden. Als Vizepräsident des Organisationskomitees der WM 2006 konzentriere ich mich derzeit auf andere Themen. Außerdem kann man nicht von sich aus kandidieren, sondern muss von einem der Landesverbände vorgeschlagen werden. Selbst wenn die Position an der Spitze frei werden würde, müsste ich mich sehr hinterfragen.

Teilen Sie die Kritik einiger Ihrer Präsidiumskollegen an der Amtsführung des DFB-Präsidenten?

Herr Mayer-Vorfelder ist ein Generalist, aber ich lege Wert darauf, dass ich mit ihm in den vergangenen drei Jahren gern und sehr gut zusammengearbeitet habe. Ich war immer loyal. Zuletzt gab es etwas viel Getöse. Was sich in den Medien abspielt, ist nicht gut für den DFB.

Nicht gut ist harmlos ausgedrückt.

Der DFB ist ein Gebilde aus einem ehrenamtlichen System und einer hauptamtlichen Zentrale, die unter unserem Generalsekretär Horst R. Schmidt hervorragend funktioniert. Damit das gesamte Gebilde funktioniert, darf nichts dazwischen kommen. Zum Beispiel die Rolle des Referenten von Herrn Mayer-Vorfelder. Der junge Mann sieht sich nicht als Diener der Sache, sondern als Herrscher. Das hat zu erheblichen Irritationen geführt. Auch das hat Mayer-Vorfelder uns zu erklären. Zusammen mit dem Generalsekretär fliege ich nach Lissabon.

Was werden Sie dem Präsidenten sagen?

Ich will mir anhören, wie alles in den letzten Tagen gelaufen ist. Wir müssen darauf achten, dass wir unseren sechs Millionen Mitgliedern verpflichtet sind. Die schauen jetzt auf uns.

Das Gespräch führte Michael Rosentritt

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