Sport : Der Preis der Aufholjagd

Zwei Tage nach dem Krimi gegen Chalon geht Alba die Kraft aus, die Berliner unterliegen Ulm 80:88.

Jörn Lange
Lockeres Händchen. Alba-Center Albert Miralles erzielte zwar 15 Punkte, konnte die Niederlage aber nicht verhindern. Foto: dapd
Lockeres Händchen. Alba-Center Albert Miralles erzielte zwar 15 Punkte, konnte die Niederlage aber nicht verhindern. Foto: dapdFoto: dapd

Berlin - Bis zum letzten Viertel hatte Alba Berlin gegen Ulm immer die besseren Antworten parat. Als Deon Thompson etwa Ende des ersten Viertels spektakulär geblockt wurde und sich Heiko Schaffartzik den Ball schnappte und ihn in letzter Sekunde im Korb versenkte. Doch anders als knapp 48 Stunden zuvor beim dramatischen Euroleague-Sieg gegen Chalon gab es im Spitzenspiel der Basketball-Bundesliga am Ende keinen Anlass zum Jubeln. Die Berliner unterlagen dem Tabellenführer und Vizemeister 80:88 (47:36) und mussten ihre erste Saisonniederlage hinnehmen. „Respekt an die Ulmer, die am Ende einen guten Job gemacht und auf unsere Fehler gewartet haben“, sagte Albas Trainer Sasa Obradovic. „Wir haben im letzten Viertel viele falsche Entscheidungen getroffen und den Ball zu oft verloren.“

Dabei hatte Alba zu Beginn des Spiels keine Zweifel daran aufkommen lassen, wer das dominierende Team in der Arena am Ostbahnhof ist. Mit bissiger Verteidigung trieben die Aufbauspieler Dashaun Wood und Vule Avdalovic ihre Gegenüber an den Rand der Verzweiflung, nach zehn Minuten hatte Alba bereits sieben Ulmer Ballverluste erzwungen. Heiko Schaffartziks Buzzerbeater besiegelte eine zwischenzeitliche 15-Punkte-Führung. Und als es später mit einem komfortablen 47:36-Vorsprung in die Kabine ging, zweifelte wohl kaum einer der gut 9000 Zuschauer an einem Sieg ihrer Mannschaft.

Auch im dritten Durchgang verteidigte Alba zunächst tapfer kämpfend einen Zehn-Punkte-Vorsprung. Ulms 2,11-Meter-Hüne John Bryant, immerhin wertvollster Spieler der abgelaufenen Saison, kam lediglich auf zwölf Zähler. Das Punktesammeln übernahmen dafür andere Ulmer – allen voran der vom FC Bayern nach Ulm ausgeliehene Nationalspieler Philipp Schwethelm, mit 18 Punkten Topscorer der Partie. Zehn Zähler erzielte der Nationalspieler allein im Schlussviertel, in dem Alba sichtlich erschöpft auseinanderfiel: Der letzte Spielabschnitt ging mit 32:14 an die Gäste. Die Gastgeber kämpften, vor allem Heiko Schaffartzik (mit 17 Punkten erfolgreichster Berliner) stemmte sich gegen die drohende Niederlage, am Ende war aber auch er machtlos. „Im Gegensatz zu Donnerstag haben uns mit Yassin Idbihi und Brian Randle zwei Leute in der Rotation gefehlt“, sagte Obradovic. „Wir konnten heute nicht mehr die Intensität wie am Donnerstag durchhalten.“ Idbihi muss einen Bluterguss im Knie auskurieren, Randle setzte als siebter Ausländer im Kader erneut aus.

Obradovic und sein Team werden sich auf die Doppelbelastung zwischen Bundesliga und Euroleague einstellen müssen. „Wir haben noch viele Spiele vor uns und es wird hart und schmerzhaft werden. Jetzt müssen wir regenerieren“, sagte Obradovic. Am Donnerstag tritt Alba im dritten Spiel der Euroleague-Vorrunde beim Polnischen Meister in Gdynia an, bis dahin kann die Mannschaft immerhin ein bisschen durchschnaufen. Jörn Lange

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