Sport : Der Preis des Erfolges

Robert Ide

wünscht sich ein wenig mehr Spaß bei der Fußball-WM 2006 Persönliche Daten mussten angegeben werden, bis hin zur Personalausweisnummer; die Begleiter mussten benannt werden, mehr als ein Jahr vor Beginn der Veranstaltung; und in den Geschäftsbedingungen war vermerkt, dass die Bestellung nur bei Todesfällen oder Hochzeiten rückgängig zu machen ist – bei vorheriger Genehmigung des Veranstalters. Nichts Privates schien mehr sicher vor den Augen des Organisationskomitees der Fußball-Weltmeisterschaft 2006. Dabei wollen die Fans nur eine Eintrittskarte bestellen.

Nun scheint sich die Sammelwut der Organisatoren ausgezahlt zu haben. Der Abgleich der Abermillionen eingehenden Daten hat offenbar mögliche Betrüger überführt. Mehr als zwei Millionen verdächtige Bestellungen aus den USA wurden jetzt aussortiert. Ein Erfolg im Kampf gegen den Schwarzhandel – doch der Preis dafür ist nicht gering.

Bei der WM wird der Fan immer mehr zum gläsernen Kunden. Seine Eintrittskarte wird – wenn er denn eine gewinnt – zum personalisierten Zugangschip, vor Stadien muss er mit Ausweiskontrollen rechnen. Gerät ein Anhänger in den Verdacht, nicht nur friedliche Absichten zu haben, steht ihm im äußersten Fall eine Beschattung während des gesamten Turniers bevor. Ist das noch zumutbar?

Die Sicherheit avanciert mehr und mehr zum beherrschenden Thema der WM 2006. Die Schutzmaßnahmen 2005 erweisen sich bislang als richtig. Doch sie bewegen sich bereits an der Grenze zur Verletzung der Privatsphäre. Eine Fußball-Weltmeisterschaft soll auch Spaß machen. Das sollten die Regierung und die Organisatoren, die alles richtig machen wollen, bedenken.

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