Sport : Der Profi aus dem Ostblock

Ungarns Boxidol Laszlo Papp ist tot

-

Budapest (dpa). Mit dem Boxer und späteren Erfolgstrainer Laszlo Papp ist gestern einer der berühmtesten und beliebtesten Sportler Ungarns im Alter von 77 Jahren in Budapest gestorben. Papp gewann 1948, 1952 und 1956 olympische Goldmedaillen und war 1957 der erste Sportler des Ostblocks, der in das Profilager überwechseln durfte. Als Berufsboxer wurde er 1962 Europameister im Mittelgewicht.

Der am 25. März 1926 in Budapest geborene Arbeitersohn erkämpfte sein erstes olympisches Gold in London im Mittelgewicht. Vier Jahre später in Helsinki und 1956 in Melbourne wurde er Olympiasieger im Halbmittelgewicht. „Wenn ich Amateur geblieben wäre, hätte ich wohl vier Mal olympisches Gold gewonnen“, hat Papp einmal gesagt. „Doch ich wollte mit Boxen Geld verdienen.“ Nach heftigen Auseinandersetzungen erlaubte ihm die kommunistische Regierung Ungarns 1957, im Alter von 31 Jahren ins Profilager zu wechseln. Als Profi blieb Papp in 26 Kämpfen, bei drei Unentschieden, ungeschlagen. 1965 verweigerte ihm die ungarische Regierung einen WMKampf gegen den Amerikaner Joey Giardello, beorderte ihn von Wien nach Budapest zurück und zog seinen Pass ein.

1989 ernannte ihn die Box-Organisation WBC zum Ehren-Weltmeister und erhob ihn zwei Jahre später zum weltbesten Amateur- und Profiboxer im Mittelgewicht aller Zeiten. Deutschlands Box-Legende Max Schmeling nannte ihn den „größten Gentleman-Boxer überhaupt“. Nach 1965 trainierte Laszlo Papp die ungarischen Box-Olympiateams und eröffnete noch in den frühen 90er Jahren eine Box-Schule.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben