Sport : Der Rekordversuch von Hamburg

Box-Weltmeister Michalczewski will am Samstag seinen 49. Kampf in Serie gewinnen

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Hamburg (Tsp). Ein Mann der leisen Töne war Darius Michalczewski noch nie. Der BoxWeltmeister weiß halt, was sich in der Branche gehört. Nun liegt der Profi aus Danzig mit Zweitwohnsitz Hamburg meist richtig, wenn es um die Einschätzung seiner eigenen Fertigkeiten geht. 23-mal hat Michalczewski seinen Titel schon verteidigen können, und nun steht Titelkampf Nummer 24 an. Den kündigt der 35-Jährige als „eine spektakuläre Ringschlacht“ an. Wohl vor allem auch, weil der Halbschwergewichts-Champion der World Boxing Organisation (WBO) mit einem Sieg über den Mexikaner Julio Cesar Gonzales am Samstag den Weltrekord des legendären Boxprofis Rocky Marciano einstellen kann. Der US-Amerikaner brachte es zwischen 1947 und 1955 auf 49 siegreiche Kämpfe in Serie. Darius Michalczewski ist seit nunmehr 48 Kämpfen ungeschlagen.

„Ich werde gewinnen“, sagt Michalczewski. „Die Aussicht auf den Rekord motiviert mich besonders.“ Er sehe in Gonzales allerdings einen nahezu gleichwertigen Rivalen. Im Umfeld von Michalczewski weiß man unterdessen, was sich gehört. Es wird getrommelt. „Das ist die schwerste Aufgabe seiner Karriere“, sagt Michalczewskis Manager Klaus-Peter Kohl. So ganz nebenbei gibt es von Kohl auch noch eine Watsche für den neuen und alten Formel-1-Weltmeister Michael Schumacher: „Bei der Formel 1 kann man auch mal als Achter ins Ziel kommen und Weltmeister werden. Beim Boxen muss man immer gewinnen.“

Mag Kohls Vergleich zwischen Boxen und Motorsport auch noch so hanebüchen sein, das Publikumsinteresse an seiner Veranstaltung scheint riesig: 14 000 Zuschauer werden am Samstag in Hamburg für den WBO-Kampf zwischen Michalczewski und Gonzales in der Color Line Arena erwartet. Nur Gonzales kann also das Volksfest in der neben der Kölnarena schönsten und größten Halle verderben. Ganz so chancenlos erscheint der 27-Jährige tatsächlich nicht. Der in den USA lebende Mexikaner hat von 35 Profikämpfen nur einen nach Punkten gegen den früheren Dreifach-Weltmeister Roy Jones (USA) verloren. In der WBO-Rangliste steht er an Nummer zwei, hinter seinem Gegner vom Samstag. Michalczewski wie auch Gonzales bevorzugen einen kompromisslosen Angriffsstil. Der Außenseiter gibt sich jedenfalls optimistisch. „Der Rekord von Michalczewski ist mir egal“, sagt Gonzales. „Natürlich will ich gewinnen.“

Auch die Rahmenkämpfe versprechen in Hamburg Spannung. Dabei werden sich unter anderem der frühere britische Schwergewichts-Champion Julius Francis und Luan Krasniqi aus Rottweil gegenüberstehen.

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