Sport : Der Respekt des zweiten Torhüters Eisbär Kevin Nastiuk hat Rob Zepp verdrängt

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Foto: promo
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Berlin - Kevin Nastiuk hätte die ganze Geschichte offensiver verkaufen können. Ich bin jetzt hier die Nummer eins im Eisbären-Tor. Aber von wegen! Der Mann mit dem dunklen, strähnigen Haar sagte mit leiser Stimme am Freitagabend, er sei zwar glücklich, aber er habe sehr viel Respekt vor seinem Berliner Torwartkollegen Rob Zepp: „Es ist doch erstaunlich, was der Rob alles schon für die Eisbären geleistet hat.“

Es ist nicht einfach für einen Eishockeytorwart. Der größte Konkurrent ist der Torhüterkollege aus der eigenen Mannschaft. Wer will schon als Nummer zwei dem anderen zuschauen, wie er die Arbeit verrichtet, die man selbst machen will. Nastiuk hat diese Erfahrung hinter sich, vergangene Saison kam er nur in zehn Hauptrundenspielen zum Einsatz, sein Kollege Rob Zepp dafür 43-mal. Die Play-offs gehörten Zepp ganz allein. Nun hätte der vor anderthalb Jahren aus den USA nach Berlin gekommene Kanadier aufgeben können in Berlin. Im April, nach dem Titelgewinn der Eisbären, war er 25 Jahre alt, und irgendwann hat ein talentierter Torhüter seine Zukunft verspielt, wenn er immer nur Ersatz ist. „Ich wollte aber unbedingt in Berlin bleiben, die haben hier die beste Infrastruktur der Liga.“ Nichts sei in Deutschland erstrebenswerter als ein Stammplatz im Eisbären-Tor. Also habe er sich angestrengt in der Sommerpause. „Ich bemühe mich eben, die Dinge, die ich kontrollieren kann, besonders gut zu machen“, sagt Kevin Nastiuk.

Mit seinem Eifer hat Kevin Nastiuk den Trainer überrascht. „Es ist unglaublich, in was für einer guten physischen Verfassung Kevin jetzt ist“, sagt Don Jackson. In der Vorbereitung sei bei ihm der Gedanke gereift, dass ein Wechsel auf der Torhüterposition produktiv für die Mannschaft sein könnte. Nastiuk strahle viel Sicherheit und Ruhe aus auf dem Eis. „Aber ich will jetzt da nichts Endgültiges verkünden“, sagt Jackson, „schließlich brauchen wir zwei gute Torhüter.“

Am Freitag, beim 5:2 der Berliner gegen Nürnberg, wurde Nastiuk wenig gefordert. Zu groß war die Überlegenheit der Eisbären, die ihre Saison mit einer grandiosen Vorstellung eröffneten. Trainer Jackson wird es nicht davon abhalten, Nastiuk auch am Sonntag beim Auswärtsspiel in Düsseldorf ins Tor zu stellen. Jackson sagt: „Zepp war es gewohnt, in den vergangenen fünf Jahren immer im Tor zu stehen, aber jetzt ist die Situation eben eine andere.“

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