Der Ryder Cup und das Steuerprivileg : Sport ist mehr als Fußball

Der Ryder Cup ist ein Sportspektakel, das Aufmerksamkeit und satte Einnahmen bringt. Sollte die deutsche Politik gegen ein Steuerprivileg für den Ryder Cup votieren, wäre das traurig. Ein Kommentar.

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Ob die Politik mitspielt? Nur wenn, dann kommt der Ryder Cup auch nach Bad Saarow.
Ob die Politik mitspielt? Nur wenn, dann kommt der Ryder Cup auch nach Bad Saarow.Foto: dpa/Pleul

Der Freitag ist ein großer Tag für den deutschen Golfsport. Mit dem Solheim Cup beginnt in St. Leon-Rot eine Veranstaltung, die es in dieser Größenordnung hierzulande noch nicht gegeben hat. Und doch soll der Kontinentalvergleich der besten Golferinnen aus Europa und den USA nur ein Testlauf sein für ein noch viel größeres Event. Deutschland hat sich mit Bad Saarow für den Ryder Cup 2022 beworben – dem größtmöglichen Wettbewerb, den das internationale Golf zu bieten hat.

Doch die Bewerbung droht schon vor der eigentlichen Entscheidung zu scheitern. Und wieder einmal macht die deutsche Politik dabei keine gute Figur. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble brüskiert mehr als 600.000 organisierte Spieler in Deutschland mit der Einschätzung, dass es sich bei Golf um eine zu vernachlässigende Randsportart handle. Und deswegen komme eine Steuerbefreiung für den Ryder Cup auch nicht in Frage. Randsport ist in Deutschland allerdings so ziemlich jede Sportart außerhalb von Fußball. Und deshalb müssen sich die Fifa oder die Uefa auch keine Sorgen um lästige Steuerzahlungen machen.

Dabei ist Schäubles Rechnung extrem kurzsichtig. Denn der Ryder Cup hat sich zu einem weltweiten Sportspektakel entwickelt, das hohe Aufmerksamkeit generiert – und satte Einnahmen bringt. Einnahmen, von denen wiederum Steuern gezahlt werden.

Sollten die Finanzbehörden der Länder und Vertreter des Bundes am Freitag gegen ein Steuerprivileg für den Ryder Cup votieren, wäre das einfach nur traurig. Für das deutsche Golf, den deutschen Sport – und die deutsche Politik.

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