Sport : Der Scheich und der Starjockey

Wie Lanfranco Dettori dem Herrscher von Dubai zum großen Glück verhalf

Hartmut Moheit[Dubai]

Ein Schulterklopfen und der Hauch eines Lächelns, das war’s. Der Chef war mit der Arbeit seines Angestellten zufrieden. Doch Scheich Mohammed bin Rashid al Maktoum wollte viel mehr als jene 2,5 Millionen US-Dollar, die ihm der Siegesritt von Lanfranco Dettori auf Discreet Cat im dritten Rennen eingebracht hatte. Den Sieg im siebten Rennen, dem Dubai-World-Cup, sollte ihm sein italienischer Starjockey bringen. Nur wer bei diesem Gruppe-I-Rennen über 2000 Meter auf der Sandbahn in Nad al Sheba gewinnt, erheischt auch internationale Schlagzeilen. Alles andere war vor mehr als 60 000 Zuschauern schließlich Rahmenprogramm mit Teilnehmern aus 13 Ländern. Obwohl in den sechs Rennen vor dem großen Höhepunkt schon 15 Millionen US-Dollar ausgeschüttet wurden.

Der 35 Jahre alte Dettori, der schon 2000 und 2003 bei diesem Rennen dominiert hatte, enttäuschte nicht. Ihn hemmten die Statistiken nicht, dass noch nie ein Pferd von der Startposition eins aus den World Cup gewinnen konnte. „Dann werde ich eben der Erste sein“, verkündete er – und ließ Taten folgen. Mit dem fünfjährigen Hengst Electrocutionist lag er zunächst an drittletzter Position und war bis zur Zielgeraden im Mittelfeld der elf Teilnehmer eingeklemmt.

Doch auf den letzten 150 Metern bewies sein Pferd Sprinterqualitäten. Als es so schien, als würde es sich mit Platz zwei zufrieden geben müssen, beschleunigte der vollblütige Araberhengst noch einmal. Mit eineinhalb Längen vor den US-Amerikanern Brass Hatt (Willie Martinez) und Wilko (Garrett Gomez) überquerte ein jubelnder Dettorie die Ziellinie. „Das Rennen lief so, wie ich es mir vorgestellt hatte“, sagte der Jockey vom Stall Godolphin. „Ich musste nur geduldig sein und auf meine Chance warten.“

Da gab es auch bei Scheich Mohammed kein Halten mehr, der Elektrocutionist vor drei Jahren in Italien kaufen ließ und dann Erfolgstrainer Saeed Bin Suroor anvertraute. Hatte er noch vor dem Rennen aufgeregt im Programmheft die Konkurrenten studiert, so zeigte der Scheich später seine glückliche Seite. Unter dem tosenden Beifall seiner Untertanen ging Scheich Mohammed seinem Reiter-Pferd-Paar entgegen, griff nach dem Zügel am Maul von Electrocutionist und führte beide zur Siegerehrung. Später dankte Dettorie brav seinem Scheich, dass er ihm die Chance gegeben habe, „ein Ausnahmepferd in einem außergewöhnlichen Rennen zum Sieg reiten zu dürfen“. Das mit sechs Millionen US-Dollar höchstdotierte Galopprennen der Welt hatte seinen überragenden Sieger. Am Anteil von 3,6 Millionen für den ersten Rang ist auch der Vater von fünf Kindern nicht unwesentlich beteiligt.

Damit wurde in Dubai ein Galopprenntag ohne deutsche Beteiligung beendet, der nicht nur in den sieben Rennen Außergewöhnliches bot. Die Eröffnungsfeier mit Lasershow, klassischer Musik und Feuerwerk war das Kommen wert. Während die noblen Besucher um Siegprämien von bis zu 5000 US-Dollar für die auffallendste Garderobe stritten, kamen viele einfache Besucher, um Karten zu spielen oder zu picknicken. Und sich an den besten Pferden der Welt zu erfreuen.

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