• Der Schnellste, der Stärkste, der Beste - am Freitag werden in Wien Millenniums-Athleten geehrt

Sport : Der Schnellste, der Stärkste, der Beste - am Freitag werden in Wien Millenniums-Athleten geehrt

Delia Fischer

Der Showdown zum vorgezogenen Millenniums-Höhepunkt läuft. Am Freitag werden in der Wiener Staatsoper in sieben Kategorien die Sportler des Jahrhunderts gekürt. Lebende Sportlegenden von Muhammad Ali bis Pelé, von Carl Lewis bis Steffi Graf, von Mark Spitz über Bonnie Blair und Dawn Fraser bis Alain Prost geben sich kurz vor dem Ausklang des Jahrhunderts ein Stelldichein in dem weltberühmten Opernhaus an der Wiener Ringstraße, das erstmals in seiner jahrhundertalten Geschichte die Pforten für den Sport öffnet. Dafür fallen sogar zwei Opernabende aus.

"Es ist einfach großartig, ein Teil dieses Jahrhundert-Events zu sein. Ich fühle mich geehrt. Es ist ein großer Moment, all die Sportgrößen eines Jahrhunderts zu treffen. Ich kann die Gala kaum erwarten", meinte Brasiliens Fußball-Idol Pelé, der bereits am Dienstag in der Alpenmetropole eintraf: "Für mich ist es auch eine Chance, der jungen Generation zu zeigen, wer Pelé war. Viele von ihnen haben mich nie live erlebt, aber ich will nicht in Vergessenheit geraten."

Eine Jury mit 15 Vertretern internationaler Sportredaktionen berief auch neun Deutsche in den erlauchten Kreis der Nominierten: Schwimm-Weltmeisterin Franziska van Almsick, Fußball-Weltmeister Franz Beckenbauer, Kanu-Weltmeisterin Birgit Fischer, die Tennis-Ikonen Steffi Graf und Boris Becker, Box-Weltmeister Max Schmeling, die zweimalige Eiskunstlauf-Olympiasiegerin Katarina Witt, Eischnellläuferin Gunda Nieman und den zweimaligen Formel-1-Weltmeister Michael Schumacher, der als einziger der nominierten Deutschen nicht an der Sternstunde des Sports in der Walzermetropole teilnimmt.

Bei dem von Österreichs Sporthilfe-Chef Hubert Neuper, einst selbst Weltklasse-Skispringer, ins Leben gerufenen Wettbewerb "World Sports Award of the Century" werden in den Kategorien Motorsport, Kampfsport, Athletik (je geteilt in Männer und Frauen), Ballsport (unterteilt in Männer und Frauen), Fußball, Wassersport (unterteilt in Männer und Frauen) und Wintersport (unterteilt in Männer und Frauen) von der Jury unter Vorsitz des IOC-Präsidenten Juan Antonio Samaranch die Jahrhundertsportler gewählt. Insgesamt sind 84 Superstars nominiert, die es zusammen auf 166 Olympiasiege und 244 WM-Titel brachten.

Seit 1998 arbeitete Neuper akribisch an der Umsetzung seiner Idee. Er setzte sie, bestärkt von der österreichischen Regierung und unterstützt von Unicef, in die Tat um. Nicht weniger als 6,5 Millionen Mark kostet die Gala, wovon 4,72 Millionen Mark die Republik Österreich finanziert. Für die restliche Summe haftet Neuper persönlich. Das Organisationskomitee unterstützt auch die Unicef-Aktion für Kinder in Ghana mit 142 858 Mark.

300 Journalisten aus 26 Ländern haben sich akkreditiert, darunter mehr als 30 TV-Sationen, darunter der russische Sender NTV-Plus. Viele Sender übertragen live. Neuper hat den Countdown bis zur Gala bis auf die Minute geplant. Die Checkliste umfasst 20 Seiten und 328 Punkte. Morgen treffen sich die bis dahin in Wien angekommenen Stars zu einem geselligen Beisammensein bei einem Nobel-Heurigen.

Damit nicht nur die 2400 Gala-Gäste in den Genuss der Sportgrößen kommen, wird auf der Wiener Ringstraße drei Stunden vor der Wahl eine Starparade stattfinden. "Jeder soll die Chance haben, die Jahrhundertsportler einmal live zu sehen. Das sind wir den Leuten schuldig", sagt Neuper. Mittlerweile darf er sich über ein ausverkauftes Haus freuen, darunter 30 Diamant-Logen zu je 11 430 Mark und 25 Goldlogen zu je 8 572 Mark.

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