Sport : Der Schweizer Plaschy feiert seinen zweiten Sieg

Michael Smejkal

Markus Eberle hat den Aufstieg zum Slalom-Gipfel verpasst. Ausgerechnet im zweiten Durchgang, zuletzt auch bei der Laufbestzeit in Madonna Di Campiglio seine Stärke, fiel der 30 Jahre alte Kleinwalsertaler gestern in Kranjska Gora in Slowenien noch vom achten auf den 14. Rang zurück. Das dritte Saisonrennen der Disziplin endete mit dem zweiten Weltcupsieg des Schweizer Aufsteigers Didier Plaschy vor den österreichischen Rivalen Benjamin Raich und Thomas Stangassinger. Als Vierter trumpfte der starke Isländer Kristinn Bjornsson erneut mit einer bemerkenswerten Platzierung unter den Besten auf.

Plaschy, lange als "ein ewiges Talent" bezeichnet, das endlich den Durchbruch schaffte, hatte zuvor in Beaver Creek das erste Weltcuprennen der Karriere gewonnen. In Kranjska Gora verteidigte der 26-Jährige in 1:40,39 Minuten den Vorsprung vom ersten Lauf gegenüber Raich, der 0,09 Sekunden zurück lag. Dritter wurde sein Landsmann Thomas Stangassinger, der als einziger aller Slalom-Artisten in den drei Saisonrennen jeweils auf dem Siegertreppchen stand. Dennoch grantelte Österreichs Cheftrainer Toni Giger: "Immer fehlen ein paar Hundertstel. Nur im Slalom fehlt uns noch ein Saisonerfolg."

Markus Eberle, im vergangenen Jahr sogar Vierter in Park City, diese Saison Siebter in Kitzbühel, lag nach dem ersten Lauf mit lediglich 1,15 Sekunden Rückstand an achter Position. "Da ist schon nach was drin", meinte der Spätentwickler, doch die Hoffnung auf eine ähnliche Steigerung wie in Madonna trog. Am Ende fehlten 1,37 Sekunden zur Spitze.

"Dieser zweite Lauf war ungeheuer schwierg, an der Grenze zum Fahrbaren, weil irrsinnig glatt und eng. Auch ohne wesentliche Fehler gab es permanent Schläge", schilderte Eberle seine Eindrücke und resümierte: "Schade. Ich fühle mich in guter Form. Aber man kann die Leistung nicht immer umsetzen." Was auch Alois Vogl (Lohberg) nicht gelang, der im ersten Durchgang als 34. mit 2,63 Sekunden Rückstand ausschied.

Didier Plaschy, ein lustiger Walliser, der Österreichs Nationalmannschaft als Hobby-Winzer vor der Saison stets mit Wein beliefert, hat nun selbst die richtige Reife erreicht. "Oft wurde behauptet, mir fehle die notwendige Nervenstärke. Doch es waren vor allem Probleme mit Skiern und Technik, die in der Vergangenheit verhinderten, dass ich zwei gute Läufe am gleichen Tag hatte."

Während Plaschy und Stangassinger nun die Saison-Slalomwertung beherrschen, bleibt der Österreicher Hermann Maier im Gesamt-Weltcup einsame Spitze. Der "Herminator" trainierte zuhause in Obertauern für den Riesenslalom, der am Mittwoch in Saalbach-Hinterglemm als letztes Weltcuprennen der Herren vor Weihnachten stattfindet.

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