Sport : Der Schwung lässt nach

Benedikt Voigt

Nicht viele haben an die deutschen Basketballer geglaubt. Ein Wettbüro hat für einen deutschen Sieg über die NBA-Profis im Viertelfinale dieser Weltmeisterschaft eine Quote von 10:99 angeboten. Doch die deutsche Mannschaft hat immer geglaubt, dass sie die großen NBA-Stars aus den USA schlagen kann. Und eine Halbzeit lang hat sie auch gezeigt, warum.

Die aktuelle Nationalmannschaft ist vielleicht das beste Team, das der Deutsche Basketball-Bund (DBB) jemals hatte. Sie kann mit jeder Mannschaft der Welt mithalten, das haben die WM-Bronzemedaille von Indianapolis und die EM-Silbermedaille von Belgrad gezeigt. Bei dieser WM wird sie nach der Viertelfinalniederlage keine weitere Medaille gewinnen, doch das war in Japan auch nicht mehr zu erwarten. Die zwölf deutschen Auswahlspieler haben in diesem Turnier nie den Schwung entwickelt, der sie im letzten Jahr bei der EM auf Platz zwei getragen hat. Ein wichtiger Grund dafür dürfte Dirk Nowitzkis kräftezehrende NBA-Saison sein, an deren Ende eine frustrierende Finalniederlage stand. Trotzdem ist ein Platz unter den besten acht Teams der Welt ein großer Erfolg, wenn man bedenkt, dass Basketball im deutschen Sport eine untergeordnete Rolle spielt.

Der DBB versucht derzeit mit allen Mitteln, Nowitzki über das Jahr 2008 im Nationalteam zu halten. Denn es sieht nicht gut aus für die Zeit danach. Es gibt nur wenige Talente, und die kommen in der Bundesliga kaum zum Einsatz. Deshalb empfiehlt es sich für alle Freunde des deutschen Basketballs, diese Mannschaft zu genießen – solange es sie noch gibt.

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