Sport : Der Sonnenvorteil

Frank Bachner

freut sich mit den Leichtathleten über die Hitze in Athen Wie heiß ist es eigentlich in Vanuatu? Oder in Kiribati? Diese Frage könnte für die deutschen Leichtathleten noch wichtig werden. Diese haben nämlich kaum noch Erfolge vorzuweisen. Bei der Weltmeisterschaft 2003 in Paris hatten sie im Medaillenspiegel Mühe, den Angriff von Mikronesien und den Salomon Inseln abzuwehren. Erschöpft von diesem Kraftakt mussten sie dann aber auch noch ihr schlechtes Leistungsniveau so glaubwürdig wie möglich erklären. Aber jetzt leisten ihnen die Mediziner dankenswerterweise Beistand.

Die Ärzte warnen Olympia-Touristen vor Hitze, UV-Strahlen und Ozonbelastung in Athen. Wer zu lange in der prallen Sonne sitze, bekomme Probleme. Ja, Gott, die Touristen? Und was ist mit den Sportlern, den deutschen Leichtathleten im Besonderen? Die leiden ja noch viel mehr, weil sie nicht einfach aus dem Stadion verschwinden können wie ein Zuschauer. Genau das ist das Gute.

Denn ihre Gegner von karibischen Inseln oder westafrikanischen Ländern dürften sich in der Hitze pudelwohl fühlen. Laufen und springen begeistert bei 40 Grad im Schatten. Da erübrigen sich doch bei den Deutschen automatisch irgendwelche Fehleranalysen. Platz sieben im Vorlauf? Also bitte, bei der Hitze war nicht mehr drin. In Paris zog lästigerweise die Argumentation nicht. Da war’s nicht sehr heiß.

Aber Athen! Eine Hitzehölle. Und wenn Kim Collins wie 2003 den 100-Meter®-Lauf gewinnt, dann ist das nur konsequent. Collins kommt von St. Kitt & Nevis. Aus der Karibik.

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