Sport : Der späte Aufstieg des Heiko Westermann

Die Nationalmannschaft fährt mit großen Personalsorgen zum Länderspiel nach Österreich

Berlin - An Versuchen, Heiko Westermann in die Nationalmannschaft zu singen, hat es in den vergangenen Monaten nicht gemangelt. Bundestrainer Joachim Löw aber hat all diesen Versuchen so entschieden widerstanden, dass der Verteidiger schon zweifeln musste, ob es überhaupt einmal etwas werden würde mit einer Karriere in der Nationalmannschaft. Nicht einmal sein Wechsel von Arminia Bielefeld zu Schalke 04 schien seine Chancen verbessert zu haben. Jetzt aber, vier Monate vor der Europameisterschaft, könnte Westermann doch noch zu seinem Debüt in der Nationalmannschaft kommen. Löw nominierte den Schalker für das Testspiel gegen Österreich am Mittwoch in Wien (20.35 Uhr, live in der ARD). „Natürlich profitiert er ein wenig davon, dass ein kompletter Abwehrblock ausfällt“, sagt der Bundestrainer.

Westermanns Plus ist, dass er sowohl in der Innenverteidigung als auch auf den Außenpositionen spielen kann, da Löw auf die Verteidiger Christoph Metzelder, Arne Friedrich, Serdar Tasci, Marcell Jansen, Clemens Fritz und Christian Pander verzichten muss; außerdem fehlt Torsten Frings. Für den Bremer könnte Westermanns Vereinskollege Jermaine Jones in die Mannschaft rücken. „Er ist eine Alternative auf der Position im defensiven Mittelfeld“, sagt Löw. Jones sollte schon beim letzten Länderspiel des Jahres 2007 zum deutschen Aufgebot gehören, musste aber wegen einer Verletzung absagen.

Erstmals seit März zählt auch Michael Ballack wieder zum Kader der Nationalmannschaft. „Nach seinem Comeback hat er bei Chelsea starke Leistungen gezeigt“, sagt Löw. „Wir hoffen, dass er diese Entwicklung bei uns fortsetzen kann.“ Seine gute Verfassung bestätigte Ballack am Mittwoch beim 1:0 im Ligaspiel gegen Reading, als er per Kopf den Siegtreffer erzielte. Von den englischen Medien wurde er anschließend ausgiebig gefeiert. Die Boulevardzeitung „Mirror“ titelte: „Ballack widerlegt seine Zweifler.“ sth



Das Aufgebot: Tor: Lehmann (Arsenal), Hildebrand (Valencia). Abwehr: Castro, Manuel Friedrich (Leverkusen), Hilbert (Stuttgart), Lahm (Bayern), Mertesacker (Bremen), Westermann (Schalke). Mittelfeld: Ballack (Chelsea), Hitzlsperger (Stuttgart), Jones (Schalke), Podolski, Schweinsteiger (Bayern), Rolfes, Schneider ( Leverkusen), Trochowski (Hamburger SV). Angriff: Gomez (Stuttgart), Klose (Bayern), Kuranyi (Schalke), Neuville (Mönchengladbach).

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben