Sport : Der späte Triumph des Meisters

Dortmund siegt 1:0 über die Bayern und wahrt damit die Chance auf einen Platz in der Champions League

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Dortmun d (Tsp). Es ist ein bisschen spät geworden für den großen Auftritt des Deutschen Meisters. 1:0 gewann Borussia Dortmund am 29. Spieltag gegen den alten Rivalen FC Bayern, aber an dem sich abzeichnenden Triumph der Münchner in der deutschen Meisterschaft wird das nicht mehr viel ändern. Wichtig war der prestigeträchtige Erfolg der Dortmunder vor 68 600 Zuschauern im ausverkauften Westfalenstadion aber allemal. Mit dem ersten Sieg seit acht Jahren über die Bayern hat die Borussia drei wertvolle Punkte im Kampf um einen ChampionsLeague-Platz gewonnen. Hertha BSC ist zu den Dortmundern aufgerückt, und nur durch den wichtigen Sieg blieb der Vorsprung des Meisters auf die Berliner im Kampf um den dritten Platz bei einigermaßen komfortablen drei Punkten.

Das Tor des Tages erzielte Marcio Amoroso nach exakt einer Stunde mit einem verwandelten Handelfmeter, über dessen Berechtigung nach dem Studium der Fernseh-Zeitlupe nicht lange gestritten wurde. Niko Kovac hatte den Ball nach einem Schuss des erst 90 Sekunden zuvor eingewechselten Amoroso mit der Hand touchiert. Schiedsrichter Markus Merk pfiff sofort, und Amoroso ließ sich diese Gelegenheit nicht nehmen. Der Brasilianer verwandelte den Strafstoß souverän zu seinem bereits sechstem Treffer in dieser Saison.

In den ersten 30 Minuten dominierte Dortmund zwar die Begegnung vorwiegend, allerdings versäumte es die Mannschaft von Trainer Matthias Sammer, daraus Kapital zu schlagen. All zu oft fehlte es am letzten präzisen Pass auf die Sturmspitzen, um die sicher wirkende Münchner Abwehr ernsthaft zu gefährden. Für das Niveau des Spiels aber taten die Bayern nicht viel. Sie beschränkten sich auf wenige, allerdings stets gefährliche Konter. Pech hatte Owen Hargreaves, dessen Schuss nach einem sehenswerten Solo das Tor nur knapp verfehlte, sowie Zé Roberto aus ebenso guter Position. Ansonsten erlebte der Dortmunder Torhüter Roman Weidenfeller wie sein Münchner Kollege Oliver Kahn einen relativ ruhigen Nachmittag. Weidenfeller musste den Dortmunder Stammtorhüter Jens Lehmann vertreten, weil dieser wegen eines Blutergusses im Oberschenkel passen musste. Somit fiel das Duell der Nationaltorhüter Oliver Kahn und Jens Lehmann diesmal aus. Bei Borussia Dortmund fehlte neben Torhüter Jens Lehmann auch der nach einer Gelb-Roten Karte gesperrte Torsten Frings.

DFB-Teamchef Rudi Völler saß als interessierter Beobachter auf der Tribüne und sah in Tomas Rosicky und Nationalspieler Sebastian Kehl die besten Dortmunder. Bei den Bayern hinterließen Hargreaves und Thomas Linke den besten Eindruck.

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